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DAX® 2020: Auf zu neuen Gipfeln?

Volkswirte und Analysten blicken mehrheitlich optimistisch ins neue Jahr. Sie erwarten, dass beim DAX® das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Gleichwohl: Zu hohen Erwartungen sollten sich Anleger nicht hingeben.

Rund 25,5 Prozent hat der DAX im vergangenen Jahr hinzugewonnen. Das ist die stärkste Performance seit sieben Jahren und macht aus 2019 eines der zehn besten Börsenjahre in der mehr als 30-jährigen Geschichte des deutschen Leitindex. Angesichts der nachlassenden Konjunktur sowie zahlreicher Unsicherheitsfaktoren ist das ein beachtliches Ergebnis. Ebenfalls bemerkenswert ist die relative Gelassenheit der Anleger. Denn trotz der vielen politischen und wirtschaftlichen Risiken bewegte sich die implizite Volatilität des DAX im vergangenen Jahr meist unterhalb ihres langfristigen Durchschnitts.



Neues Allzeithoch beim Deutschen Leitindex erwartet



Die spannende Frage, die sich Anleger nun stellen dürften, lautet: Wird sich der Höhenflug im neuen Jahr fortsetzen oder droht eine mehr oder minder heftige Korrektur? Das „Handelsblatt“ hat dazu in seiner traditionellen Kapitalmarktanalyse 30 Analysten und Volkswirte von Banken und Wertpapierhäusern befragt. Das Ergebnis stimmt optimistisch. Demnach rechnen die Experten im Schnitt damit, dass der DAX bis Ende 2020 auf knapp 14.000 Punkte zulegen wird. Das würde einem Plus von rund fünf Prozent sowie dem Erreichen eines neuen Allzeithoch entsprechen (Quelle: www.handelsblatt.com, „So wird sich der Dax 2020 laut Analysten entwickeln“ vom 30. Dezember 2019).



Zeit der Unsicherheiten ist noch nicht vorbei



Für den Optimismus ist eine ganze Reihe guter Nachrichten zum Jahreswechsel verantwortlich. So wurde im Dezember im Handelsstreit zwischen den USA und China ein Teilabkommen erzielt, das eine neue Runde an Strafzöllen vorerst verhindert hat und am 15. Januar 2020 im Weißen Haus unterschrieben werden soll. Auch beim Dauerthema Brexit herrscht nach dem eindeutigen Sieg der Tories bei den britischen Parlamentswahlen mehr Klarheit als noch in den Monaten zuvor. Allerdings gilt es zu bedenken, dass in beiden Punkten die wichtigsten Verhandlungen erst noch bevorstehen. Dass das politische Konfliktpotenzial weiterhin als hoch angesehen werden muss, zeigt der Global Economic Policy Uncertainty Index – ein wichtiger Gradmesser für politisch bedingte Unsicherheiten und deren Folgen für die Wirtschaft. Zwar war der Index zuletzt leicht rückläufig, gleichwohl bewegt sich das Risikobarometer nach wie vor auf einem historisch überdurchschnittlich hohem Niveau (siehe nachfolgende Abbildung).







 

Rückenwind von der Geldpolitik



Zur positiven Entwicklung beigetragen hat auch die Geldpolitik der Notenbanken. So hat die Fed die Leitzinsen im vergangenen Jahr drei Mal nach unten angepasst. Und auch die EZB hat mit einer erneuten Senkung des Einlagenzinses und der Reaktivierung des Anleihekaufprogramms einen expansiven Kurs eingeschlagen. Damit könnten die Zentralbanken die Voraussetzung für eine Wachstumserholung in den nächsten zwölf Monaten geschaffen haben, wenngleich die Geldpolitik als Impulsgeber für die Aktienmärkte allmählich an ihre Grenzen stoßen dürfte. Auf der anderen Seite ist 2020 ein Wahljahr in den USA. US-Präsident Donald Trump wird nach Einschätzung der meisten Ökonomen alles dafür tun, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und dadurch seine Chancen auf eine Wiederwahl zu erhöhen. Apropos US-Wahl: Aktuell befürworten 45 Prozent der US-Wähler laut einer regelmäßigen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup die Amtsführung von Donald Trump. Das hört sich zwar nach einer etwas mageren Quote an, ist aber der zweithöchste gemessene Zustimmungswert für Trump seit dessen Amtseinführung im Januar 2017 (Quelle: www.gallup.com, Presidential Job Approval Center, Stand: 15. Dezember 2019).




Steigendes Geschäftsklima macht Hoffnung



Was die Konjunktur in Deutschland betrifft gibt es seit geraumer Zeit eine positive Entwicklung bei den Frühindikatoren, allen voran beim ifo Geschäftsklimaindex. Er legte im Dezember unerwartet stark von 95,0 auf 96,3 Punkte zu. Es ist bereits der vierte Anstieg in Folge. Das macht Hoffnung für das laufende Jahr, insbesondere weil die ifo-Daten auf eine anhaltend solide Inlandsnachfrage hinweisen. Gleichwohl gibt es auch eine Schwachstelle. Denn das Geschäftsklima in der kriselnden deutschen Industrie zeigt weiterhin keine klaren Signale, die auf eine nachhaltige Trendwende hindeuten würden. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, ob die Unternehmensgewinne im DAX in diesem Jahr tatsächlich – wie von den Analysten im Schnitt erwartet – um 13 Prozent zulegen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der DAX mit einem auf Basis der für 2020 erwarteten Unternehmensgewinne von 14,4 bereits am oberen Rand des als fair erachteten Bereichs bewertet ist. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum die meisten Analysten dem DAX nur begrenztes Kurspotenzial nach oben eingestehen. Ähnliches gilt für weitere wichtige internationale Aktienindizes wie dem Euro Stoxx 50 ® oder dem S&P 500 ® (siehe nachfolgende Abbildung).








 Auf welche DAX-Aktien es zu achten gilt



Bleibt die Frage, was von den Einzelwerten im DAX zu erwarten ist. Das „Handelsblatt“ zitiert in diesem Zusammenhang eine Analysten-Auswertung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach wird zehn DAX-Aktien in diesem Jahr ein Performancepotenzial von zehn oder mehr Prozent zugetraut. Bei zwölf Werten liegt die Durchschnittsprognose im einstelligen Plusbereich und bei acht Titeln werden Verluste erwartet. Bei dem DAX-Papier mit dem größten prognostizierten Kurspotenzial handelt es sich übrigens um Wirecard, gefolgt von Fresenius Medical Care und HeidelbergCement (Quelle: (Quelle: www.handelsblatt.com, „So wird sich der Dax 2020 laut Analysten entwickeln“ vom 30. Dezember 2019).