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Comeback der Biotech-Branche

Nach einem monatelangen Seitwärtstrend tendierten die US-Biotechaktien zuletzt nach oben, ehe sie einen Teil der Gewinne wieder abgegeben haben. Die Papiere deutscher Unternehmen, wie Evotec, sind hingegen schon länger im Rally-Modus. Die Stimmung ist prächtig.

Es tut sich wieder was in der US-Biotechbranche: Nachdem US-Präsident Donald Trump lange damit gedroht hatte, die Regierung werde die Medikamentenpreise deutlich senken, sorgte zuletzt eine Studie von Goldman Sachs für gute Stimmung. Denn dort erwarten die Analysten, dass Trump und seine Regierungsmannschaft an einem Vorschlag arbeiten, der positiv aufgenommen werden dürfte. Damit waren die Sorgen der Investoren genommen, woraufhin der Nasdaq Biotechnology Index, der 162 Unternehmen enthält, innerhalb kurzer Zeit um rund zehn Prozent zulegen konnte. Für zusätzliche Fantasie sorgte die Hoffnung auf eine Belebung des Geschäfts mit Fusionen und Übernahmen, womit etwa Branchenriesen wie Gilead Sciences ihr Umsatzwachstum beschleunigen könnten.


Quelle: Reuters



Evotec-Kurs explodiert


Bei den Unternehmen aus Deutschland steht vor allem Evotec im Fokus der Biotech-Fans. Die TecDAX®-Aktie ist gegenüber dem Stand von vor einem Jahr um 310 Prozent nach oben geschossen, während andere Biotechs wie etwa Morphosys ein Plus von „nur“ 90 Prozent und Qiagen von „nur“ 61 Prozent geschafft haben. Das Hamburger Wirkstoffforschungs- und -entwicklungsunternehmen Evotec hat etliche Forschungsallianzen mit Unternehmen wie Bayer oder dem französischen Konzern Sanofi abgeschlossen und zuletzt eine Serie von Erfolgsmeldungen geliefert. So ist die Firma Mitte Juni einem Konsortium in England ansässiger akademischer Einrichtungen und Industriepartner beigetreten, das das weltweit größte Patientenregister für Nierenerkrankungen mit Zugang zu klinischen Daten und Gewebeproben aufbaut. Damit stärkt Evotec die Position in diesem Bereich.

Quelle: Reuters



Zudem hat die Firma bei einem Forschungsbündnis mit Bayer einen Meilenstein erreicht, als ein Programm zum Frauenleiden Endometriose in die präklinische Phase überführt worden war. Die gute Geschäftsentwicklung spiegeln auch die Ergebnisse des ersten Quartals wider. Dabei war der Umsatz von Evotec um ein Drittel auf 50,2 Mio. Euro gestiegen. Zu den Zahlen trug auch die vor kurzem abgeschlossene Übernahme des britischen Forschungsunternehmens Cyprotex bei. Evotec-Chef Werner Lanthaler bekräftigte die ehrgeizige Prognose für das Gesamtjahr. Hilfreich ist außerdem der neue dänische Großaktionär Novo A/S, der im Februar per Kapitalerhöhung rund 90 Mio. Euro in Evotec investiert hat. Seitdem verfügt das Unternehmen über eine solide finanzielle Basis, um das Geschäft energisch voranzutreiben.

Das Umfeld in der Biotech-Branche hellt sich auf. Ob der Höhenflug bei Evotec anhält, hängt angesichts eines Börsenwerts von 2,0 Mrd. Euro allerdings nicht zuletzt davon ab, ob Lanthaler weitere Erfolgsmeldungen liefern kann.

 

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