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Check: Wer hat das Zeug zum Überflieger?

Erfahren Sie, welche Unternehmen aus dem DAX®, MDAX® und SDAX® von Analysten derzeit als besonders aussichtsreich eingestuft werden.


Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich aktuell in guter Verfassung. Der DAX® stieg zuletzt über die 12.000-Punkte-Marke und damit auf den höchsten Stand seit vergangenen Oktober. Nun stellt sich die Frage, ob die Kraft noch für weitere Kursgewinne ausreicht. Während sich für den Gesamtmarkt ein eher differenziertes Bild ergibt, stehen bestimmte Aktien bei Analysten derzeit besonders hoch im Kurs. Das zeigt die von der Nachrichtenagentur Reuters ermittelte Konsensbeurteilung. Hierbei wird aus allen Analystenempfehlungen, die für eine bestimmte Aktie vorliegen, ein Durchschnittswert gebildet. Unter den DAX®-Titeln stechen unter anderem Wirecard und die Allianz positiv hervor.



Bei Wirecard geht der Blick nach vorne


Bei Wirecard mag das hohe Analystenranking etwas überraschen. Immerhin stand der Zahlungsdienstleister in den vergangenen Monaten wegen umstrittener Bilanzierungspraktiken negativ in den Schlagzeilen. Die in der „Financial Times“ veröffentlichten Manipulationsvorwürfe haben der Aktie schwer zugesetzt. Dass sich der Sturm mittlerweile etwas gelegt hat, liegt unter anderem an dem kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2018. Darin erteilte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) dem Abschluss ein uneingeschränktes Testat. Die Ergebnisse der Untersuchungen würden keine Korrekturen an den Geschäftszahlen erfordern, schrieben die Prüfer. Ob das Thema damit endgültig vom Tisch ist, muss sich zeigen. Selbst Vorstandschef Martin Braun sprach auf der Bilanzpressekonferenz von „Qualitätsmängeln“ in der Buchhaltung.

Für frischen Schwung bei der Wirecard-Aktie sorgte zuletzt auch der Einstieg des japanischen Technologiekonzerns Softbank. Analysten begrüßten den Deal. Dass Softbank neuer Ankerinvestor bei Wirecard werde und die beiden Unternehmen eine strategische Partnerschaft schmiedeten, sei klar positiv, heißt es in einer am 24. April 2019 veröffentlichten Studie der DZ Bank. Japan und Südkorea seien im Grunde noch weiße Flecken auf der Landkarte von Wirecard. In diesen beiden Ländern könne das Unternehmen nun mit seinen Produkten vorankommen, so die DZ-Bank-Experten.

Allianz überzeugt mit attraktiver Bewertung


Am 14. Mai 2019 präsentiert der Versicherungsriese Allianz seine Zahlen für das erste Quartal. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass der Münchener Versicherungskonzern die Erwartungen erfüllen wird. So auch die Experten des Analysehauses Kepler Cheuvreux. Sie rechnen mit einem starken ersten Quartal, wobei vor allem die Vermögensverwaltungsparte positiv überraschen könnte (Quelle: Kepler Cheuvreux, Studie vom 18. April 2019). Interessant ist die Allianz-Aktie aber auch noch in anderer Hinsicht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,4 und einer Dividendenrendite von 4,4 Prozent weist der Titel eine attraktive fundamentale Bewertung auf (Stand: 29. April 2019).



Bei Deutz brummen die Motoren


Bei den Nebenwerten sollten Anleger Deutz und United Internet im Auge haben. Deutz ist ein Hersteller von Motoren für Landmaschinen, Baumaschinen, Stapler und Nutzfahrzeuge. Das klingt wenig spannend. Gleichwohl gehören die Kölner zu den wenigen deutschen Unternehmen, bei denen die Reuters-Konsensbeurteilung derzeit auf „Kaufen (Buy)“ lautet. Mit den Zahlen zum ersten Quartal hat die im SDAX® gelistete Gesellschaft die hohen Erwartungen nicht enttäuscht. „Wir haben unseren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt und sind sehr gut in das laufende Jahr gestartet“, kommentierte Konzernchef Frank Hiller die Geschäftsentwicklung. Der Konzernumsatz legte um 9,2 Prozent auf 452,8 Millionen Euro zu, die operative Gewinnmarge vor Nebeneffekten stieg um 30 Basispunkte auf 5,5 Prozent.

Auch bei den Auftragseingängen überzeugte Deutz. Zwar haben Sondereffekte dazu geführt, dass die Order unter denen des Vorjahresquartals lagen. Gegenüber dem Schlussquartal 2018 wurde aber ein dickes Auftragsplus von 27,4 Prozent auf 514,5 Millionen Euro verzeichnet. Der Zuwachs fiel damit unerwartet hoch aus und lässt für das Gesamtjahr einiges erwarten. Die Folge war eine Anhebung der Umsatz- und Ergebnisschätzungen seitens vieler Analysten. Allerdings hat der SDAX®-Titel seit Jahresanfang schon mehr als 60 Prozent hinzugewonnen (Stand: 29. April 2019). Das birgt Korrekturrisiken.



Bei United Internet überwiegen Chancen

Im MDAX® schneidet United Internet im Analystenkonsens überdurchschnittlich gut ab. Der Internetdienstleister hat im vergangenen Geschäftsjahr neue Bestmarken bei Kundenverträgen, Umsatz und Ergebnis erzielt. Außerdem hat die Gesellschaft im Januar angekündigt über die Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch an der Versteigerung der deutschen 5G-Frequenzen teilzunehmen und als vierter Mobilfunk-Anbieter ein leistungsfähiges Netz der neuesten Generation aufzubauen. Trotz aller Risiken, die sich aus der 5G-Auktion ergeben, räumen die meisten Analysten der Aktie positive Kurschancen ein. Sie verweisen dabei auf das überdurchschnittliche Wachstumspotenzial und die attraktive Bewertung der Aktie.

Hinweis: Alle Angaben beziehen sich auf den Stand zum 29. April 2019.
 

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