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Trading

Berichtssaison: Zeit für eine Bestandsaufnahme

Vor Beginn der Berichtssaison zum ersten Quartal 2019 hatten Analysten ihre Erwartungen gesenkt. Schließlich sorgte der chinesisch-amerikanische Handelsstreit für eine Stimmungseintrübung am Markt.

Außerdem drohten die positiven Auswirkungen der jüngsten US-Steuerreform zu verpuffen und es wurde eine weltweite Konjunkturabkühlung erwartet. Gerade Letzteres sollte sich negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken. Trotz dieser Sorgen konnten sich insbesondere die US-Konzerne relativ gut behaupten.

Rund 90 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500® Index haben bereits ihre neuesten Geschäftszahlen vorgelegt. Laut FactSet-Statistiken haben dabei 76 Prozent der Firmen einen höheren bereinigten Gewinn an den Tag gelegt als von Marktexperten im Schnitt vorhergesagt wurde. Auf der Umsatzseite gab es bisher in 59 Prozent der Fälle eine positive Überraschung zu bestaunen.

Trotz der positiven Überraschungen wiesen die US-Unternehmen bisher im Schnitt einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie um 0,5 Prozent aus. Dies wäre laut FactSet der erste Gewinnrückgang im S&P 500® seit dem zweiten Quartal 2016, als die US-Konzerne im Vorjahresvergleich mit einem Minus von 3,2 Prozent aufwarteten. Während Analysten laut FactSet im Schnitt auch für das laufende zweite Quartal und das kommende dritte Quartal mit einem Gewinnrückgang rechnen, sollen die Gewinne im Schlussquartal des laufenden Jahres wieder anstiegen.


Quelle: Reuters

Zu Beginn des Jahres 2019 schnitten US-Unternehmen, deren Geschäft besonders stark internationalisiert ist, schlechter ab als Konzerne, die sich hauptsächlich in den USA bewegen. Schuld daran waren laut FactSet unter anderem der relativ starke US-Dollar und die wirtschaftliche Entwicklung. Demnach habe sich die US-Konjunktur im Vergleich zum Rest der Welt deutlich robuster gezeigt, so dass sich die Geschäftsentwicklung von Unternehmen, die sich weniger auf den internationalen Handel verlassen mussten, erfolgreicher zeigten. Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihrer Erlöse auf dem heimischen US-Markt erzielen warteten im ersten Quartal 2019 mit einem Gewinnplus von 6,2 Prozent auf, während Unternehmen mit einem Umsatzanteil außerhalb der USA von mehr als 50 Prozent einem Gewinnrückgang um 12,8 Prozent verbuchen mussten.

Die US-Konzerne konnten ihre Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 um 5,3 Prozent steigern. Erneut schnitten diejenigen Firmen besser ab, die sich mehr auf den US-Heimatmarkt konzentrieren. Neun von elf Sektoren konnten mit steigenden Umsatzerlösen aufwarten. Besonders deutliche Zuwächse verzeichneten die Bereiche Gesundheit und Telekommunikation. Im Technologiesektor wurden dagegen Umsatzrückgänge verzeichnet.

Auf dieser Seite des Atlantiks machte sich die schwächere Konjunktur noch stärker bemerkbar. Außerdem warteten einige europäische Konzerne angesichts des sich eintrübenden wirtschaftlichen Umfeldes mit weniger optimistischen Prognosen auf. Die Autobranche hatte wiederum mit ganz speziellen Problemen wie der Umstellung auf das neue Abgasemissionstestverfahren WLTP oder den enormen Investitionen in Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität zu kämpfen. Beispielsweise konnte Daimler im ersten Quartal die Umsatzerlöse mit 39,7 Mrd. Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau halten, der Gewinn schrumpfte jedoch um 9 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Bei BMW verringerten sich die Erlöse im März-Quartal lediglich um 1 Prozent auf 22,5 Mrd. Euro, der Gewinn brach jedoch wegen einer Milliardenrückstellung für eine drohende EU-Kartellstrafe um 74 Prozent auf 588 Mio. Euro ein.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich in Sachen Konjunktur eine Besserung einstellen könnte. Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2019 um 0,4 Prozent, nachdem die größte Volkswirtschaft Europas im Schlussquartal 2018 stagnierte und im dritten Quartal des Vorjahres sogar um 0,2 Prozent geschrumpft war. Damit schrammte die deutsche Wirtschaft knapp an einer Rezession vorbei. Ob sich damit auch die Gewinnsituation der Unternehmen verbessert, werden die kommenden Quartale zeigen.

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