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Trading

Berichtssaison: Wie schnell die Zeit vergeht

Und wieder einmal sind drei Monate vergangen. Zeit also für die großen US-Unternehmen, ihre neuesten Quartalsberichte vorzulegen.

Dabei werden sich Investoren einen Überblick über die Performance im dritten Quartal 2016 verschaffen können. Wie immer erfolgt dabei der Startschuss durch den Aluminiumkonzern Alcoa.

Das Unternehmen wird seine neuesten Zahlen am Dienstag, den 11. Oktober bereits vor der Eröffnung der New Yorker Börse präsentieren. Zum Ende der Woche steigen mit Wells Fargo und JPMorgan Chase einige US-Finanzgrößen in die Berichtssaison ein. Highlights, wie die Berichte von Apple, Alphabet/Google oder Facebook lassen auch nicht lange auf sich warten.

Dabei gehen Analysten auch dieses Mal insgesamt von einem Gewinnrückgang der S&P500®-Unternehmen im Vorjahresvergleich aus. Besonders enttäuschend dürfte das Quartal wieder einmal für den unter den niedrigen Rohstoffpreisen leidenden Energiesektor verlaufen sein. Allerdings hoffen zumindest die US-Ölförderer dank der jüngsten Einigung der OPEC-Länder auf eine Begrenzung der Fördermengen auf eine Preiserholung bei Rohöl.


Quelle: Reuters

Laut FactSet-Daten rechnet die Analystenzunft für das September-Quartal im Schnitt mit einem Gewinnminus in Höhe von 2,1 Prozent. Es wäre damit das sechste Quartal mit einem Gewinnrückgang in Serie. Dieser Fall ist seit dem dritten Quartal 2008 nicht mehr eingetreten. Damals hatte FactSet damit begonnen, entsprechende Statistiken zu veröffentlichen.

Die Prognosen sind zuletzt noch einmal teilweise deutlich nach unten geschraubt worden. Schließlich hatten die Marktexperten Ende Juni laut FactSet im Schnitt noch mit einem kleinen Plus beim bereinigten Gewinn je Aktie von 0,3 Prozent gerechnet. Das Gute daran ist jedoch der Umstand, dass niedrig angesetzte Erwartungen nun einmal leichter übertroffen werden können. Wie Anleger in den vergangenen Quartalen beobachten konnten, reichen übertroffene Markterwartungen bereits aus, um eine gute Stimmung zu erzeugen. Es scheint eher zweitrangig zu sein, ob die Erwartungen an sich hoch oder niedrig waren.

Während die Analysten für das dritte Quartal mit Gewinnrückgängen rechnen, dürften die US-Konzerne laut FactSet bei den Umsätzen ein Plus von 2,6 Prozent generiert haben, obwohl sie weiterhin mit einem relativ starken US-Dollar zu kämpfen haben.




Alcoa: Auf ein letztes Mal


Anfang November ist es so weit. Alcoa spaltet sich in zwei separate börsennotierte Unternehmen auf. Dabei wird Alcoa die traditionelle Metallherstellung übernehmen. Die neu entstehende Gesellschaft Arconic übernimmt wiederum die Metallverarbeitung für Kunden aus der Auto- oder Flugzeugindustrie. Der bisherige Konzernchef Klaus Kleinfeld wird später die Arconic-Führung übernehmen. Zuvor werden jedoch noch einmal Geschäftsergebnisse unter dem gemeinsamen Dach präsentiert. Auf Analystenseite geht man laut Reuters-Konsens davon aus, dass Alcoa im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Umsatzplus von 9 Prozent auf 7,91 Mrd. US-Dollar generieren konnte. Auch der Gewinn dürfte sich kräftig verbessert haben.



Quelle: Reuters, Kurs in USD


Update Alcoa: Lage bleibt angespannt

Kurz vor der großen Aufspaltung konnte der US-Aluminiumkonzern Alcoa Investoren nicht überzeugen. Damit fiel auch der Start in die Berichtssaison zum dritten Quartal 2016 ins Wasser. Nur gut, dass die Alcoa-Zahlen in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung eingebüßt haben und in Kürze weitaus wichtigere Berichte anstehen. Dem Unternehmen machte erneut ein großer Preisdruck am Rohstoffmarkt zu schaffen. Während die Umsatzerlöse konzernweit um 6,5 Prozent rückläufig waren, konnte dank Kosteneinsparungen ein höherer Nettogewinn erzielt werden. Dieser lag bei 166 Mio. US-Dollar, nach 44 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Allerdings hatten Analysten mit einem etwas höheren Gewinnanstieg gerechnet.


Wells Fargo: Der Ruf ist angekratzt


Lange Zeit blieb die zwischenzeitlich größte Bank der Welt Wells Fargo von großen Skandalen verschont. Doch damit ist es jetzt vorbei. Das Institut aus San Francisco muss mit reichlich Gegenwind fertig werden. Schuld sind Praktiken vieler Mitarbeiter, im Zuge derer illegal Konten und Kreditkarten eröffnet wurden. Neben einer Strafzahlung von rund 190 Mio. US-Dollar muss Wells Fargo auch 2,6 Mio. US-Dollar zu Unrecht eingenommene Gebühren zurückerstatten. Außerdem muss der Chef des einstigen Vorzeigeinstituts, John Stumpf, aufgrund des Skandals um Scheinkonten auf Aktienoptionen im Wert von 41 Mio. US-Dollar verzichten. Auch wenn er damit auf einen satten Bonus verzichten muss, bleibt er trotz der Kritik von vielen Seiten im Amt, während beispielsweise die Verkaufschefin Carrie Tolstedt das Feld räumen musste. Darüber hinaus mussten auch viele Mitarbeiter gehen, die ohne Zustimmung der Kunden zusätzliche Konten und Kreditkarten eröffnet haben. Angesicht der Tragweite dieses Skandals dürfte der Blick auf die jüngsten Quartalsergebnisse eher nebensächlich sein. Am Markt wird laut Capital IQ ein leichter EPS-Rückgang um 4 Cents auf 1,01 US-Dollar erwartet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



JPMorgan Chase: Anleger blicken schon voraus


Während Wells Fargo derzeit mit dem Skandal um Scheinkonten fertig werden muss und sich die Deutsche Bank unter anderem mit US-Regulierern streitet, wird mit JPMorgan Chase ein anderes großes Finanzhaus am Freitag vor dem US-Börsenstart seine neuesten Geschäftsergebnisse präsentieren. Dabei kommt den Zahlen eine besondere Bedeutung zu. Schließlich ist JPMorgan gemessen an der Bilanzsumme die größte Bank in den USA. Analysten rechnen laut Capital IQ mit einer EPS-Verbesserung um 1 Cent auf 1,38 US-Dollar. Es sind jedoch nicht nur die jüngsten Zahlen selbst, die Investoren interessieren dürften. Es scheint, dass sich die Wall-Street-Größen auf höhere Zinsen in den USA einstellen sollten. Am Markt wird bereits von einer möglichen Leitzinserhöhung vonseiten der US-Notenbank im Dezember gesprochen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie an dieser Stelle dann Updates, wie die Quartalsergebnisse ausgefallen sind.

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