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Trading

Berichtssaison: Werden die Letzten die Ersten sein?

In Sachen Quartalsberichte gehörte die vergangene Woche vor allem den DAX®-Konzernen. In den USA geht die Berichtssaison für das dritte Quartal allmählich zu Ende. Es erwarten uns lediglich die Bilanzen von einigen Nachzüglern und Unternehmen, die nicht nach dem Kalenderjahr bilanzieren. In der kommenden Woche dürfte hierzulande wiederum der Blick auf einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe interessant werden.

Es berichten unter anderem innogy, Talanx (Montag); Borussia Dortmund, Infineon, United Internet (Dienstag); Leoni, Wirecard (Mittwoch) und Walmart (Donnerstag).



innogy: Ein Problem weniger


innogy konnte im ersten Halbjahr 2017 vor allem dank der guten Entwicklung im Netzgeschäft ordentliche Ergebnisse verbuchen. Anleger dürften nun gespannt sein, wie die Zahlen für das dritte Quartal ausgefallen sind. Auch abseits von nackten Zahlen sorgt innogy derzeit für interessante Neuigkeiten. Zuletzt wurde für die Probleme in Großbritannien eine Lösung gefunden. innogy und der Versorger SSE gründen ein Gemeinschaftsunternehmen im Strom- und Gasbereich. Dazu werden innogys britisches Vertriebsgeschäft npower und das Endkunden- und EnergiePlus-Geschäft von SSE zusammengelegt. Darüber hinaus ist innogy immer wieder Teil von Spekulationen rund um Fusionen und Übernahmen am europäischen Energiemarkt.

Update innogy: Positive Ergebnisentwicklung im Netzbereich
innogy hatte zuletzt endlich eine Lösung für sein britisches Vertriebsgeschäft npower gefunden. Allerdings belasteten Abschreibungen auf npower die Neunmonatsergebnisse 2017. Das bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich zwar um 27 Prozent auf 850 Mio. Euro. Unbereinigt wurde ein Rückgang um 61 Prozent auf 389 Mio. Euro ausgewiesen. Für das Gesamtjahr erwartet innogy unter dem Strich ein bereinigtes Nettoergebnis von über 1,2 Mrd. Euro. Zudem dürfte es viele Anteilseigner freuen, dass für die Dividende weiterhin eine Ausschüttungsquote von 70 bis 80 Prozent angelegt wird. Profitieren konnte innogy vor allem von einer positiven Ergebnisentwicklung im Netzbereich. Das bereinigte Konzern-EBIT kletterte dabei um 9 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro.


Quelle: Reuters



Talanx: Stabile Dividende trotz hoher Großschadenbelastung


Der Versicherungskonzern Talanx musste aufgrund der jüngsten Naturkatastrophen in Mittel- und Nordamerika eine Gewinnwarnung aussprechen. Die Großschadenbelastung durch die Hurrikane „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ sowie die Erdbeben in Mexiko wurde mit rund 900 Mio. Euro angegeben. Zudem wurde im Geschäftsbereich Industrieversicherung im dritten Quartal eine ungewöhnliche Häufung von Schadenbelastungen ausgemacht. Daher wurde für das dritte Quartal ein negatives Ergebnis von rund 20 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Auf Gesamtjahressicht wird jedoch mit einem positiven Wert von 650 Mio. Euro gerechnet. Anteilseigner dürfte es auch gefreut haben, dass die Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Am Montag werden Anleger erfahren, wie die jüngsten Zahlen tatsächlich ausgefallen sind.

Update Talanx: Deutliche Gewinnsteigerung für 2018 erwartet
Der Versicherer Talanx hatte mit hohen Kosten einiger Naturkatastrophen in Mittel- und Nordamerika zu kämpfen. Im dritten Quartal 2017 wurde ein Verlust von 19 Mio. Euro verbucht. Auf Neunmonatssicht konnte allerdings ein Gewinn von 444 Mio. Euro (Vorjahr: 636 Mio. Euro) ausgewiesen werden. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Wert von 650 Mio. Euro. Im kommenden Jahr will das MDAX®-Unternehmen wieder angreifen. Für 2018 wurde ein Gewinnziel von 850 Mio. Euro ausgegeben. Zumal der Konzern bereits in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit dem Prämienwachstum sowie der Entwicklung im in- und ausländischen Privat- und Firmenkundengeschäft punkten konnte.


Quelle: Reuters



Borussia Dortmund: Sportlich läuft es nicht mehr rund


Am Dienstag, den 14. November steht bei Borussia Dortmund die Veröffentlichung des Quartalsfinanzberichts für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018 auf dem Programm. Einige vorläufige Zahlen hat der einzige an der Börse gelistete Fußballverein Deutschlands bereits bekannt gegeben. Demnach wurden die Umsatzerlöse um 77,3 Prozent auf 224,8 Mio. Euro gesteigert. Allerdings wurden diese Zahlen von den hohen Transfereinnahmen aufgebläht. Transferbereinigt stiegen die Umsätze um 8,7 Prozent auf 88,7 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) wurde auf 81,4 Mio. Euro in etwa verdoppelt, während der Nettogewinn von 20,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 52,6 Mio. Euro nach oben geschraubt werden konnte. Während der Verein mit seinen Geschäftszahlen überzeugte, gelang dies sportlich zuletzt nicht immer.

Update BVB: Warten auf die Siegesserie
Sportlich lief es zuletzt bei Borussia Dortmund nicht ganz so rund. Wesentlich überzeugender waren die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende September). Nachdem bereits vorläufige Eckdaten vorlagen gab es nun keine großen Überraschungen. Dank hoher Transfererlöse schoss der Umsatz um 77 Prozent auf 224,8 Mio. Euro. Das EBITDA wurde auf 81,4 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Am Dienstag wurden die Zahlen von Anlegerseite positiv aufgenommen, allerdings konzentrierten sich Investoren zuletzt eher auf die sportliche Seite. Und dort lief es nicht mehr so gut wie zu Saisonbeginn, so dass die Aktie ordentlich Federn lassen musste. Anleger und auch Fans warten deshalb auf eine neue Siegesserie.


Quelle: Reuters



Infineon: Neuer Auftrieb?


Am Dienstag wird der Halbleiterkonzern Infineon seine Quartalsergebnisse des vierten Geschäftsquartals und des Geschäftsjahres 2017 (Ende September) präsentieren. Zuletzt konnte sich der DAX®-Konzern vor allem über gute Geschäfte mit Kunden aus der Automobilindustrie freuen. Dies dürfte noch eine Weile so weitergehen. Schließlich haben die Autokonzerne sehr viel vor. Die Vernetzung des Automobils, das Autonome Fahren oder die Elektromobilität erfordern enorme Investitionen. Kurzfristig bekam die Infineon-Aktie zusätzlichen Auftrieb aus den USA. Am Markt wurde über eine mögliche Übernahme von Qualcomm durch Broadcom spekuliert. In der kommenden Woche sollen es wiederum gute Quartalsergebnisse sein, die der Infineon-Aktie Auftrieb verleihen sollen.

Update Infineon: Schwächerer US-Dollar sorgt zum Jahresende für Gegenwind
Infineon verzeichnete im Geschäftsjahr 2016/17 (Ende September) Umsatzerlöse in Höhe von 7,0 Mrd. Euro, nach 6,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Zudem stellte der DAX®-Konzern für das neue Geschäftsjahr ein weiteres Umsatzwachstum von 9 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte in Aussicht. Investoren zeigten sich jedoch angesichts des Umsatzrückgangs im September-Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro enttäuscht. Der Halbleiterkonzern hatte vor allem mit einem schwächeren US-Dollar zu kämpfen. Die gute Nachricht: Trotz dieses Gegenwinds erreichte die Segmentergebnis-Marge 18,0 Prozent. Auf Gesamtjahressicht lag diese bei 17,1 Prozent. Zudem dürfen sich Anteilseigner über eine Dividendenerhöhung freuen.


Quelle: Reuters



United Internet: Auf Wachstumskurs


Nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr 2017 konnte das Telekommunikationsunternehmen United Internet auch in Sachen Drillisch-Übernahme Fortschritte machen. Die Beteiligung von United Internet an Drillisch ist mithilfe einiger Transaktionen auf über 73 Prozent gestiegen. Dabei hatte United Internet noch vor der Drillisch-Übernahme einen Wachstumskurs eingeschlagen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es vor allem die neuen Kundenverträge, die überzeugen konnten. Dabei halfen auch Übernahmen. Zudem wuchs United Internet auch aus eigener Kraft. Anleger dürfen nun auf die Zahlen für das dritte Quartal gespannt sein.

Update United Internet: Jetzt soll es erst richtig losgehen
United Internet blieb auch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 auf Wachstumskurs. Das TecDAX®-Unternehmen konnte die Zahl der Kundenverträge, den Umsatz sowie die Ergebniskennzahlen erneut verbessern. Die Übernahme von Drillisch half ebenfalls beim Thema Wachstum. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse zwischen Januar und September bei 3,0 Mrd. Euro. Ein Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im dritten Quartal lag das Plus sogar bei 11 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Auf der Ergebnisseite wurden ebenfalls deutliche Zuwächse verbucht. Zudem bleibt der Konzern für das Gesamtjahr 2017 weiter optimistisch.


Quelle: Reuters



Leoni: Wechsel an der Konzernspitze


Beim Automobilzulieferer Leoni bricht eine neue Zeitrechnung an. Am 23. Oktober teilte das MDAX®-Unternehmen mit, dass Vorstandschef Dieter Bellé vorzeitig zum 31. Januar 2018 ausscheiden würde. Der Aufsichtsrat will kurzfristig einen Nachfolger bestimmen. In der kommenden Woche werden Anleger wiederum zunächst auf die neuesten Quartalsergebnisse bei Leoni schauen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres profitierte der Anbieter von Kabeln und Kabelsystemen für die Automobilbranche und weitere Industrien von einigen Einmalfaktoren. Besonders interessant dürfte dieses Mal der Blick darauf sein, inwieweit sich Leoni nach einer zuletzt schwierigen Zeit weiter erholen konnte.

Update Leoni: Erholung schreitet voran
Bei Leoni lief es im dritten Quartal so gut, dass der Automobilzulieferer seine Ziele für das Gesamtjahr 2017 anheben konnte. Zwischen Juli und September lagen die Erlöse bei 1,12 Mrd. Euro. Ein Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte auch aufgrund von Belastungen aus einem Betrugsfall um 12,7 Prozent auf 46,4 Mio. Euro und damit nicht ganz so stark wie befürchtet. Für das Gesamtjahr geht das Management von einem Umsatz von 4,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,4 Mrd. Euro) aus. Das EBIT wird bei etwa 220 Mio. Euro gesehen, nach 78,1 Mio. Euro im Vorjahr. Bisher hatte Leoni lediglich Umsatzerlöse in Höhe von 4,6 Mrd. Euro und ein EBIT von 190 bis 210 Mio. Euro in Aussicht gestellt.


Quelle: Reuters



Wirecard profitiert gleich mehrfach


Der Zahlungsabwickler Wirecard profitiert gleich von mehreren Trends. Neben dem boomenden Internethandel und dem wirtschaftlichen Aufstieg vieler Schwellenländer kommt dem TecDAX®-Unternehmen auch das Wachstum im Bereich Mobile Payment zugute. Kein Wunder also, dass Wirecard bereits sehr gute vorläufige Ergebnisse für das dritte Quartal 2017 präsentieren konnte. Die Umsätze kletterten um 52 Prozent auf 406,5 Mio. Euro, während sich das EBITDA um 35 Prozent auf 110,2 Mio. Euro erhöhte. In der kommenden Woche werden genauere Ergebnisse veröffentlicht. Dort erhoffen sich Anleger auch Antworten über die mögliche Beteiligung von Wirecard-Unternehmen im Rahmen des durch die „Paradise Papers“ öffentlich gewordenen Steuerhinterziehungsskandals.

Update Wirecard: Der Boom geht weiter
Wirecard hatte bereits einige vorläufige Eckdaten für das dritte Quartal 2017 präsentiert, so dass es nun bei der Vorlage des Geschäftsberichts für die ersten neun Monate keine großen Überraschungen gab. Zwischen Januar und September lagen die Umsätze bei 1,02 Mrd. Euro. Ein Anstieg von 42,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 34,0 Prozent auf 286,6 Mio. Euro. Zudem wurde die kürzlich angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2017 bestätigt. Auf Gesamtjahressicht sieht das Management das EBITDA bei 398 bis 415 Mio. Euro. Wirecard profitiert als Zahlungsabwickler auch weiterhin von dem boomenden Online-Handel.


Quelle: Reuters



Walmart: Giganten-Duell im Fokus


Am Donnerstag legt der US-Einzelhandelsriese Walmart seine neuesten Quartalszahlen vor. Diese sind noch mehr von Interesse, da zwischen Walmart und dem E-Commerce-Riesen Amazon ein wahres Giganten-Duell um die Gunst der Konsumenten entbrannt ist. Dabei versucht sich inzwischen auch Walmart als Online-Händler. Für das abgelaufene dritte Quartal des Fiskaljahres 2017/18 (Ende Oktober) stellen Analysten im Fall von Walmart laut Reuters im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 120,89 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Dies würde einem Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen. Dagegen soll der bereinigte Gewinn je Aktie laut Prognosen leicht von 0,98 auf 0,97 US-Dollar zurückgehen.

Update Walmart: Online-Handel sorgt für Wachstum
Der weltgrößte Einzelhändler Walmart hat im dritten Quartal seine vergleichbaren Umsätze erneut gesteigert. Es war bereits das 13. Quartal in Serie, in dem dies gelang. In den USA lag der Zuwachs bei 2,7 Prozent. Als Wachstumstreiber fungierten auch die Online-Umsätze. Diese konnten zuletzt um 50 Prozent gesteigert werden. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 123,2 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS wurde mit 1,00 US-Dollar angegeben. Analysten hatte zuvor laut Reuters im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 120,89 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,97 US-Dollar.



Quelle: Reuters, Kurs in USD


Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Deutsche Pfandbriefbank, PetroBras

Dienstag

Aareal Bank, Alstom, Bilfinger, Deutsche Wohnen, Drillisch, Hamburger Hafen, Henkel, Home Depot, Nordex, RWE, Salzgitter, TJX

Mittwoch

Cisco Systems, Deutsche Euroshop, K+S, NetEase

Donnerstag

Bouyges, Ross Stores, Vivendi

Freitag

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