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Trading

Berichtssaison steuert auf das große Finale zu

Die starken Quartalsergebnisse amerikanischer Unternehmen haben in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass der S&P 500® eine neuerliche Rekordjagd starten konnte. Der DAX® konnte bei dieser Geschwindigkeit nicht mithalten. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer kämpft derzeit unter anderem mit den politischen Unsicherheiten, für die beispielsweise der chinesisch-amerikanische Handelsstreit sorgt. Trotzdem gilt es auch hierzulande, die sich ihrem Ende zuneigende Berichtssaison für das zweite Quartal 2018 im Blick zu behalten.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Home Depot, Aareal Bank, K+S (Dienstag); Cisco Systems, Leoni (Mittwoch); NVIDIA, Henkel und Wirecard (Donnerstag).


Home Depot: Profiteur des wirtschaftlichen Aufschwungs

Home Depot profitierte zuletzt von der positiven Entwicklung am US-Häusermarkt und der starken Konjunktur. Eine niedrige Arbeitslosenquote und steigende Löhne sorgten dafür, dass US-Amerikaner häufiger bei der weltgrößten Baumarktkette einkauften. Nun ist die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2018 an der Reihe. Analysten gingen zuletzt laut Reuters von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 6,8 Prozent auf 30,01 Mrd. US-Dollar aus. Besonders interessant wird einmal mehr jedoch der Blick auf die vergleichbaren US-Umsätze sein. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird ein Wert in Höhe von 2,84 US-Dollar in Aussicht gestellt, nach 2,25 US-Dollar im Vorjahr.

Update Home Depot: Noch optimistischer
Home Depot konnte seine Umsatzerlöse im zweiten Quartal 2018 überraschend deutlich steigern. Die Erlöse legten um 8,4 Prozent auf 30,5 Mrd. US-Dollar zu, während Analysten laut Reuters lediglich von einem Wert von 30,01 Mrd. US-Dollar ausgegangen waren. Die vergleichbaren Umsätze kletterten um 8,0 Prozent, in den USA um 8,1 Prozent, in die Höhe. Der Nettogewinn stieg von 2,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 3,5 Mrd. US-Dollar bzw. 3,05 US-Dollar je Aktie. Auch auf der Gewinnseite wurden die Markterwartungen (2,84 US-Dollar je Aktie) geschlagen. Zudem erhöhte das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2018, obwohl einige der jüngsten Daten am US-Häusermarkt ein Ende der Erholung signalisierten. Die 2018er-Umsätze sollen um rund 7,0 Prozent zulegen, nachdem zuletzt ein Plus in Höhe von 6,7 Prozent vorhergesagt wurde. Dank weiterer Aktienrückkäufe soll der Gewinn je Aktie in 2018 um 29,2 Prozent (zuvor: +28,0 Prozent auf 9,31 US-Dollar) auf 9,42 US-Dollar zulegen.



Quelle: Reuters, Angaben in USD


Aareal Bank blickt auf den Immobilienmarkt

Mit einem soliden Start in das Geschäftsjahr 2018 konnte die Aareal Bank an die gute Entwicklung des Vorjahres anknüpfen. Nun fragen sich Anleger, ob sich diese Entwicklung beim MDAX®-Unternehmen im zweiten Quartal fortgesetzt hat. Zukünftig dürfte der Geschäftserfolg des Immobilienfinanzierers unter anderem davon abhängen, wann die EZB damit beginnt, die Leitzinsen anzuheben und welche Auswirkungen sich damit für den Immobilienmarkt ergeben. Doch nun gilt es erst einmal, einen Blick auf die jüngsten Zahlen zu werfen.

Update Aareal Bank: Auf einem guten Weg
Bei der Aareal Bank sieht man sich nach dem ersten Halbjahr 2018 auf einem guten Weg, die Jahresziele zu erreichen. Das Institut erwartet für das laufende Jahr ein Konzernbetriebsergebnis in einer Spanne von 260 bis 300 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie soll bei 2,60 bis 3,00 Euro liegen. Im zweiten Quartal lag das Konzernbetriebsergebnis bei 62 Mio. Euro, nach 109 Mio. Euro im Vorjahr. Der deutliche Rückgang wurde jedoch mit einem stark positiven Sondereffekt im Vorjahr erklärt. Das Management verwies vor allem auf die Entwicklung des Zinsüberschusses. Dieser sei im zweiten Quartal nach langer Zeit wieder angestiegen.


Quelle: Reuters


K+S: Weitere Zuwächse erwartet

Der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S startete mit Zuwächsen ins laufende Geschäftsjahr. Auch für das gerade beendete zweite Geschäftsquartal rechneten Analysten zuletzt laut FactSet mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerlöse werden für das Juni-Quartal im Schnitt bei 870 Mio. Euro gesehen, nach 742 Mio. Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie sollte aus Analystensicht von 0,10 Euro im Vorjahr auf 0,18 Euro angestiegen sein. Allerdings überraschte K+S die Marktteilnehmer kurz vor der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen mit einer Negativmeldung. Demnach sieht das Management das 2018er-EBITDA bei 660 bis 740 Mio. Euro und damit unterhalb der Markterwartungen. Diese lagen nach Vara Research zuletzt bei 797 Mio. Euro. Für das zweite Quartal wurde ein Anstieg des EBITDA von 101,9 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 105,1 Mio. Euro ausgewiesen.

Update K+S: Höhere Kosten sorgen für Verlust
K+S lieferte gemischte Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2018 ab. Bereits bekannt war, dass das EBITDA von 101,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 105,1 Mio. Euro gesteigert wurde. Die Umsatzerlöse legten um 9 Prozent auf 811,9 Mio. Euro zu. Allerdings musste der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller unter dem Strich für das Juni-Quartal einen Verlust in Höhe von 9,4 Mio. Euro ausweisen. Schuld daran waren unter anderem höhere Kosten im Zuge des Hochfahrens der Produktion im neuen kanadischen Werk Bethune. Die Jahresziele wurden dagegen bestätigt. Der Umsatz wird auf Managementseite für 2018 bei 3,9 bis 4,1 Mrd. Euro gesehen (2017: 3,6 Mrd. Euro), während das EBITDA einen Wert zwischen 660 und 740 Mio. Euro (2017: 577 Mio. Euro) erreichen soll.


 Quelle: Reuters


Cisco Systems setzt Konzernumbau fort

Am Mittwochabend wird der US-Netzwerkspezialist Cisco Systems seine Ergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Juli) bekannt geben. Analysten gehen laut Reuters von einem Anstieg des bereinigten EPS im Vorjahresvergleich um 7 Cents auf 68 Cents aus. Die Umsatzerlöse sollen um 5,2 Prozent auf 12,77 Mrd. US-Dollar zugelegt haben. Neben den eigentlichen Zahlen dürften Anleger auch ein Interesse daran haben zu erfahren, wie der Konzernumbau läuft. Bei Cisco Systems werden die Themen Software und Abo-Modelle immer wichtiger.

Update Cisco Systems: Große Veränderungen
Cisco Systems hat die konzernweiten Umsatzerlöse im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Juli) gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 12,84 Mrd. US-Dollar gesteigert. Das bereinigte EPS wurde mit 70 Cents angegeben. Damit wurden die Markterwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen geschlagen. Analysten hatten laut Reuters Umsätze in Höhe von 12,77 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 68 Cents erwartet. Dabei stand einmal mehr die Transformation des Unternehmens hin zu mehr Softwareangeboten im Fokus. Auch der Ausblick fiel überzeugend aus. Für das laufende Quartal geht das Management von einem Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent aus. Am Markt wurde zuletzt laut Reuters im Schnitt lediglich ein Zuwachs von 4 Prozent in Aussicht gestellt.


Quelle: Reuters, Angaben in USD


Leoni treibt Neuausrichtung voran

Beim Automobilzulieferer Leoni freut man sich auf die Möglichkeiten, die die neuen Technologien in der Autobranche bereithalten. Entsprechend groß ist auch die Vorfreude auf die vom 11. bis 13. September in Novi, Michigan, USA stattfindende Electric and Hybrid Vehicle Technology Expo. Dort will das MDAX®-Unternehmen unter anderem Ladekabel und Hochvoltleitungen für eine effiziente und sichere Stromversorgung von Elektroautos und Hybridfahrzeugen präsentieren. Zu diesem Zeitpunkt wird der neue Vorstandchef, Aldo Kamper, bereits seinen neuen Posten angetreten haben. An ihm und dem restlichen Managementteam wird es liegen, Themen wie die zunehmende Digitalisierung sowie Zukunftstrends wie Elektromobilität und autonomes Fahren anzugehen sowie Leoni entsprechend neu auszurichten. Zunächst dürfen Anleger jedoch die neuesten Geschäftsergebnisse analysieren.

Update Leoni: Gute Geschäfte mit der Automobilindustrie
Dank einer anhaltend guten Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2018 erhöhte der Automobilzulieferer Leoni seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Demnach sollen die Erlöse auf mindestens 5,1 Mrd. Euro steigen, nachdem zuvor ein Wert von mindestens 5,0 Mrd. Euro in Aussicht gestellt worden war. Im Vorjahr lagen die Erlöse bei 4,9 Mrd. Euro. Das Konzern-EBIT wird weiterhin in einer Spanne zwischen 215 und 235 Mio. Euro gesehen. Im Juni-Quartal kletterten die Umsätze im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro, während das EBIT um 12,2 Prozent auf 62 Mio. Euro rückläufig war. Allerdings lag der Vorjahreswert aufgrund eines Anteilsverlaufs besonders hoch. Leoni profitierte zuletzt von einem lebhaften Geschäft mit Bordnetz-Systemen, Kabelsätzen und Spezialleitungen für die Automobilindustrie. Gleichzeitig sorgten höhere Investitionsausgaben für schwächere Ergebnisse. Diese Ausgaben sollen sich in Zukunft jedoch bezahlt machen.


Quelle: Reuters


NVIDIA will genauso weitermachen wie bisher

Dem US-Spezialisten für Grafikkartenchips NVIDIA kamen zuletzt verschiedene Marktentwicklungen zugute, darunter das Wachstum am Markt für das Autonome Fahren, der Boom bei den Kryptowährungen und die gute Stimmung im Bereich PC-Spiele. Anleger dürften gespannt sein, ob diese positiven Trends im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Juli) angehalten haben. Analysten rechnen laut Reuters mit einem deutlichen Umsatzplus im Vorjahresvergleich um 39,3 Prozent auf 3,11 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird bei 1,66 US-Dollar gesehen, nach 0,92 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Update NVIDIA: Geschäft mit Kryptowährungen kühlt ab
NVIDIA hat starke Ergebnisse für das zweite Quartal 2018/19 abgeliefert, allerdings zeigten sich Investoren in Bezug auf den Ausblick enttäuscht. Im Juli-Quartal lagen die Umsatzerlöse bei 3,12 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,94 US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters mit einem Umsatz von 3,11 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 1,66 US-Dollar gerechnet. Allerdings blieb NVIDIA mit dem Ausblick auf das laufende dritte Quartal unter den Erwartungen. Schuld ist eine sich abschwächende Nachfrage aus dem Bereich Mining von Kryptowährungen. Während Analysten laut Reuters für das Oktober-Quartal im Schnitt einen Umsatz in Höhe von 3,34 Mrd.US-Dollar erwarten, stellt NVIDIA lediglich einen Wert von 3,25 Mrd. US-Dollar, +/- 2 Prozent in Aussicht.

Quelle: Reuters, Angaben in USD


Henkel bleibt aktiv

Henkel ist zuletzt durch einige Übernahmen aufgefallen. Neben dem Erwerb von Aislantes Nacionales S.A., einem führenden Unternehmen auf dem chilenischen Markt für Fliesenklebstoffe und Baumaterialien, wurde mit Acasta Enterprises eine Vereinbarung über den Erwerb der JemPak Corporation mit Sitz in Concord, Kanada, unterzeichnet. In der kommenden Woche sind wiederum die neuesten Geschäftsergebnisse im Fokus. Analysten rechnen laut FactSet für das zweite Quartal 2018 mit einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 1,3 Prozent auf 5,17 Mrd. Euro. Der Gewinn je Aktie wird bei 1,61 Euro gesehen, nach 1,55 Euro im Vorjahr.

Update Henkel: Wechselkurseinflüsse und höhere Materialpreise machen sich bemerkbar
Der Konsumgüterkonzern Henkel hat gemischte Zahlen für das zweite Quartal 2018 präsentiert. Zwar stieg der Umsatz organisch um 3,5 Prozent auf 5,14 Mrd. Euro und damit auf einen neuen Rekordwert, allerdings hatte das Unternehmen mit höheren Rohstoffpreisen und einer ungünstigen Entwicklung der Wechselkurse zu kämpfen. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) stieg lediglich um 1,8 Prozent auf 926 Mio. Euro. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Demnach sollen die Erlöse organisch um 2 bis 4 Prozent zulegen, allerdings sorgten die Wechselkursbelastungen und höhere Materialausgaben dafür, dass die Prognose für das Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Vorzugsaktie von 5 bis 8 Prozent auf 3 bis 6 Prozent gesenkt wurde.

Quelle: Reuters


Wirecard: Ein DAX-Kandidat?

Wirecard hat zuletzt am deutschen Aktienmarkt für Furore gesorgt. Die Aktie des Zahlungsabwicklers bei München hat einen beeindruckenden Anstieg hingelegt. Bei einem Blick auf die Marktkapitalisierung des Unternehmens wird das von Anlegerseite Wirecard zugerechnete Potenzial deutlich. Das Unternehmen weist einen höheren Börsenwert als einige DAX-Konzerne aus, sodass das derzeitige TecDAX-Unternehmen bald sogar in der ersten deutschen Börsenliga zu finden sein könnte. In der kommenden Woche steht zunächst die Bekanntgabe genauer Ergebnisse für das zweite Quartal auf dem Programm. Einige Eckdaten wurden bereits veröffentlicht. Dabei wurden die Umsatzerlöse im Juni-Quartal um 40 Prozent auf 476,9 Mio. Euro gesteigert, während das EBITDA um 39,9 Prozent auf 133,2 Mio. Euro kletterte.

Update Wirecard: Prognose erneut angehoben
Wirecard konnte zu seiner Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen. Bei der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen erhöhte der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München erneut seine Prognose. Das Management erwartet für die zweite Jahreshälfte 2018 eine weiterhin kraftvolle Geschäftsentwicklung. Daher wurde die EBITDA-Prognose von 520 bis 560 Mio. Euro auf nun 530 bis 560 Mio. Euro angehoben. Dem Unternehmen kommen weiterhin die Trends zur Digitalisierung von Zahlungsprozessen zugute. Die im TecDAX gelistete Wirecard-Aktie befindet sich seit geraumer Zeit auf Rekordjagd, was das Unternehmen inzwischen zu Kandidaten für einen Aufstieg in den DAX macht.

Quelle: Reuters


Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

1&1 Drillisch AG, JD.com Inc, Salzgitter AG, United Internet AG

Dienstag

Swiss Life Holding AG

Mittwoch

-

Donnerstag

Aegon NV, Walmart Inc

Freitag

Hella GmbH & Co KGaA, Porsche Automobil Holding SE

  

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