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News & Trading

Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Mit Wells Fargo, JPMorgan Chase oder der Bank of America haben zum Ende der vergangenen Woche bereits einige Wall-Street-Größen ihre neuesten Geschäftsergebnisse präsentiert und damit die Berichtssaison für das dritte Quartal 2017 ins Rollen gebracht. In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks noch mehr Fahrt auf.

Es berichten unter anderem Netflix (Montag); Goldman Sachs (Dienstag); Zalando, American Express (Mittwoch); SAP, PayPal, Roche (Donnerstag); und Daimler (Freitag).


 

Netflix: Wichtige Preisfrage

 Die Marke von 100 Millionen Usern hat der Video-on-Demand-Anbieter Netflix überquert. Diese müssen sich nun auf Preiserhöhungen gefasst machen. Börsianer nahmen diese positiv auf. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die Kunden reagieren werden. Dabei wird es in Zukunft nicht einfach sein, solche Preiserhöhungen durchzusetzen. Schließlich haben Fans von Filmen und Serien mit Amazon Prime, Disney und anderen Anbietern viele Alternativen, sich Inhalte im Internet anzuschauen. Wie sich der Wettbewerb im dritten Quartal 2017 in den Netflix-Ergebnissen bemerkbar gemacht hat, wird das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss bekannt geben.

Update Netflix: Die Konkurrenz schläft nicht
Der Video-on-Demnad-Anbieter Netflix konnte im dritten Quartal auf ganzer Linie überzeugen. Umsatz, Ergebnis und vor allem die Kundenzahlen stimmten Anleger froh. Im September-Quartal kamen 5,3 Millionen neue User hinzu auf nun 109,1 Millionen Nutzer. Im laufenden vierten Quartal sollen laut Unternehmensprognose noch einmal 6,3 Millionen neue User hinzukommen. Zwischen Juli und September lagen die Umsatzerlöse bei 2,99 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn schoss auf 129,6 Mio. US-Dollar, nach 51,5 Mio. US-Dollar im September-Quartal des Vorjahres. Allerdings sah man sich auf Unternehmensseite gezwungen, auf die starke Konkurrenz im Bereich Internet-Streaming hinzuweisen. Vor allem auf Konzerne wie Disney, Apple oder Facebook. Auf die neue Marktsituation will Netflix unter anderem mit milliardenschweren Investitionen in neue exklusive Serien reagieren, um die Internetnutzer und Serienfans auf diese Weise von weiteren Abos zu überzeugen.

Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

Goldman Sachs darf sich auf weniger Regulierungen freuen

 Die US-Regierung musste für den Monat September in der US-Wirtschaft erstmals seit vielen Jahren einen Beschäftigungsrückgang vermelden. Schuld waren die Wirbelstürme im Süden des Landes. Trotzdem dürfte die Fed die Normalisierung ihrer Geldpolitik weiter vorantreiben. Schließlich stiegen die Stundenlöhne deutlich an, während die Arbeitslosenquote zurückging. Damit darf sich der Bankensektor weiterhin auf steigende Zinsen einstellen. Noch erfreuter dürfte der US-Bankensektor, allen voran Goldman Sachs sein, wenn die Trump-Regierung die vielen in Reaktion auf die Finanzkrise beschlossenen Regulierungen zurückdrehen sollte. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal werden Anleger am Dienstag darauf schauen, wie sich Goldman Sachs im dritten Quartal 2017 geschlagen hat. Andere Wall-Street-Größen wie Wells Fargo, JPMorgan Chase oder Bank of America haben ihre Zahlen bereits vorgelegt.

Update Goldman Sachs: Leichte Zuwächse
Goldman Sachs hat mit den Zahlen für das dritte Quartal 2017 die Erwartungen der Analysten sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn geschlagen. Zwischen Juli und September lag der Nettogewinn bei 2,13 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EPS wurde mit 5,02 US-Dollar angegeben, während Analysten laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem Wert von 4,17 US-Dollar gerechnet hatten. Die Umsatzerlöse konnten um 2 Prozent auf 8,3 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Allerdings machte Goldman Sachs, ähnlich wie anderen großen US-Banken, ein schwächerer Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen zu schaffen. In diesem Bereich wurde ein Umsatzrückgang von 26 Prozent ausgewiesen. Wie gut, dass sich die US-Banken in Zukunft auf höhere Zinsen und möglicherweise weniger strenge Regulierungen einstellen dürfen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

Zalando: Wachstum hat Vorrang

 Enttäuschende Halbjahreszahlen hatten die Zalando-Aktie zeitweise in die Tiefe gedrückt. Während die Umsatzerlöse um mehr als 21 Prozent gesteigert wurden, blieb das bereinigte EBIT lediglich auf dem Vorjahresniveau. Zuletzt fasten Anleger jedoch wieder mehr Vertrauen in den Online-Modehändler. Die zwischenzeitlichen Kursverluste wurden vollständig wettgemacht. Am Mittwoch wird Zalando nun ein Trading Update mit Informationen zur Umsatz- und Ertragslage für das dritte Quartal 2017 (Ende 30. September) veröffentlichen. Überzeugende Wachstumszahlen sollten den Aktienkurs weiter stützen. Allerdings bleibt die Frage, ob Investoren über eine mögliche Ergebnisschwäche hinwegsehen könnten. Schließlich investiert Zalando derzeit sehr viel Geld in sein Wachstum, so dass die Gewinne erst einmal hintenanstehen müssen.

Update Zalando: Teure Expansionspläne
Der Online-Modehändler Zalando konnte im dritten Quartal 2017 erneut sehr stark wachsen. Trotzdem zeigten sich Anleger über die vorgelegten Eckdaten wenig erfreut. Da sich die hohen Investitionen negativ auf der Ergebnisseite bemerkbar machten. Während Zalando mit einem Umsatzplus von 27,5 bis 29,5 Prozent auf 1,064 bis 1,081 Mrd. Euro rechnet, wird das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -5 bis +5 Mio. Euro gesehen. Damit würde sich eine Marge von -0,5 bis 0,5 Prozent ergeben. Die Investitionen sollen in Zukunft sogar steigen. Schließlich will Zalando zum Frühjahr 2018 in den Beauty-Markt einsteigen. Zunächst nur in Deutschland, später sollen weitere Märkte erschlossen werden. Wir dürften gespannt sein, wie Anleger auf die weiteren Expansionspläne reagieren werden.


Quelle: Reuters

 

SAP: Noch wertvoller

 Wenn es um die Marktkapitalisierung geht, ist SAP aktuell absoluter DAX-Spitzenreiter. Trotzdem scheint Europas größter Softwarekonzern noch sehr viel Luft nach oben zu haben. Schließlich sind die langfristigen Aussichten positiv. SAP profitiert unter anderem vom starken Wachstum im Bereich Cloud Computing. In diesem Jahr sollen die Umsätze aus Cloud-Subskriptionen und -Support währungsbereinigt um bis zu 34 Prozent auf 4,0 Mrd. Euro anwachsen. In den vergangenen Jahren hat der Konzern auch auf milliardenschwere Übernahmen gesetzt, um sich in der Wolke an die Spitze zu setzen. Zuletzt wurde es in dieser Hinsicht etwas ruhiger. Nun aber wird die US-Firma Gigya, ein führender Anbieter von so genannten Customer-Identity- und Access-Management-Lösungen, geschluckt. Inwieweit vergangene Übernahmen zum jüngsten Unternehmenserfolg beigetragen haben, dürfte sich am Donnerstag zeigen, wenn die Walldorfer ihre neuesten Quartalsergebnisse vorlegen.

Update SAP: Anziehende Geschäfte
Europas größter Softwarekonzern SAP profitierte auch im dritten Quartal 2017 vom schnellen Wachstum in der Cloud. Die Cloud-Subskriptions- und –Supporterlöse stiegen um 22 Prozent auf 937 Mio. Euro. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 5,59 Mrd. Euro. Ein Zuwachs von 4 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, so dass die operative Marge von 30,5 auf 29,3 Prozent zurückging. Das Management erwartet im Schlussquartal jedoch anziehende Geschäfte. Aus diesem Grund wurden die Jahresziele leicht angehoben. Das bereinigte Betriebsergebnis soll von 6,63 Mrd. Euro in 2016 auf 6,85 bis 7,0 Mrd. Euro ansteigen. Das untere Ende dieser Spanne lag bisher bei 6,8 Mrd. Euro. Die Cloud- und Softwareerlöse sollen wiederum um 7,0 bis 8,5 Prozent (bisher: 6,5 bis 8,5 Prozent) ansteigen. Die Prognose für Cloud-Geschäft wurde dagegen bestätigt.


Quelle: Reuters

 

PayPal entwickelt sich weiter

Der boomende E-Commerce-Markt kommt dem Zahlungsdienst PayPal immer mehr zugute. Dies sollte auch bei der Veröffentlichung der Zahlen für das September-Quartal deutlich werden. Analysten gehen derzeit laut Reuters-Konsens von einem deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 19,1 Prozent auf 3,18 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wiederum bei 44 Cents gesehen, nach 35 Cents im dritten Quartal des Vorjahres. Zudem sollten Fortschritte beim Vorhaben, nicht mehr nur für Zahlungen verantwortlich zu sein, sondern immer mehr zu einem strategischen Partner seiner Kunden zu werden, sichtbar werden.

Update PayPal: Mobile Zahlungen als Impulsgeber
Dank des Booms im Bereich Mobile Payment konnte der Bezahldienst PayPal seinen Wachstumskurs im dritten Quartal 2017 fortsetzen. Zudem wurden einige Ziele angehoben. Zwischen Juli und September lagen die Umsatzerlöse bei 3,24 Mrd. US-Dollar. Ein Plus von 21 gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 31 Prozent auf 46 Cents. Analysten hatten zuvor laut Reuters im Schnitt lediglich einem Umsatz von 3,18 Mrd. US-Dollar und ein bereinigtes EPS von 44 Cents erwartet. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen nun von einem EPS von 1,86 bis 1,88 US-Dollar aus. Zuvor wurde mit einem Wert zwischen 1,80 und 1,84 US-Dollar gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

Roche: Auf der Suche nach neuen Verkaufsschlagern

Der Schweizer Pharmakonzern Roche konnte sich zuletzt immer wieder auf den Erfolg seiner traditionell starken Krebsmedikamente verlassen. Allerdings wächst die Konkurrenz. Etablierte Medikamente werden von Nachahmerprodukten unter Druck gesetzt. Umso erfreulicher war der Umstand, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr dieses Jahres vor allem dank der starken Performance neu auf den Markt gebrachter Produkte wachsen konnte. Das Management konnte sogar den Jahresausblick anheben. Auf Jahressicht sollen die Erlöse im mittleren einstelligen Bereich ansteigen. Am Donnerstag werden Anleger wiederum erfahren, wie das Wachstum im dritten Quartal vorangekommen ist.

Update Roche: Erfolgreiche Markteinführungen
Der Schweizer Pharmakonzern Roche konnte erfreuliche Wachstumszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate im Geschäftsjahr 2017 vorlegen. Zwischen Januar und September wuchsen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 39,4 Mrd. CHF. Besonders gut lief es in der Pharmasparte. Dort konnte Roche vor allem in den USA deutliche Sprünge hinlegen. Einmal mehr profitierte Roche dabei von der Markteinführung neuer Medikamente. Dazu zählen vor allem die Mittel Ocrevus (gegen MS), Tecentriq (gegen Krebs) und Alecensa (gegen Lungenkrebs). Diese machten mehr als die Hälfte des Wachstums in der Pharmasparte aus. Auch deshalb wurden die Jahresziele auf Konzernebene bestätigt. Zudem kann sich Roche auf die baldige Markteinführung weiterer Gewinnbringer freuen.



Quelle: Reuters, Kurs in CHF

 

American Express: Noch mehr Grund zur Freude?

Am Mittwochabend wir der US-Kreditkartenanbieter American Express seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2017 präsentieren. Anleger dürften gespannt sein. Allerdings durften sie bereits Ende September jubeln, als die Quartalsdividende um 3 Cents je Aktie oder 9 Prozent auf 35 Cents je Aktie angehoben wurde. Die Auszahlung erfolgt am 10. November. Für das nun beendete dritte Quartal gehen Analysten laut Reuters-Konsens von einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent auf 8,29 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wiederum bei 1,48 US-Dollar gesehen, nach 1,20 US-Dollar im Vorjahr.

Update American Express: Neuer Chef
Der US-Kreditkartenanbieter American Express meldete für das dritte Quartal 2017 ein Umsatzplus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 8,44 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte sogar um 19 Prozent auf 1,36 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 1,50 US-Dollar angegeben. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt lediglich mit Umsätzen von 8,29 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 1,48 US-Dollar gerechnet. American Express konnte jedoch nicht nur mit über den Markterwartungen liegenden Zahlen aufwarten. Es wurden auch einige Veränderungen in der Geschäftsführung angekündigt. Stephen Squeri wird den langjährigen CEO Kenneth Chenault ab 1. Februar 2018 an der Konzernspitze ablösen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

Daimler: Ungewisse Zukunft

Die deutschen Automobilkonzerne wie Daimler hatten zuletzt mit den Problemen für den Diesel zu kämpfen. So manch einer fragt sich, ob sich Daimler, BMW oder Volkswagen auch nach den Umstrukturierungen in der Autobranche an der Spitze halten werden. Zumindest haben sie milliardenschwere Investitionsprogramme aufgelegt, die sie in den Bereichen Elektromobilität und selbstfahrende Fahrzeuge voranbringen sollen. Während die Zukunft ungewiss ist, können Daimler & Co derzeit immer noch mit Verkaufserfolgen auftrumpfen. Die Schwaben profitieren dabei natürlich vom Erfolg der Pkw-Marke Mercedes-Benz, insbesondere in China. Diese Verlaufserfolge dürften sich auch in den Geschäftszahlen für das dritte Quartal zeigen.

Update Daimler: Kleine Delle nicht weiter schlimm
Daimler legte gemischte Zahlen für die Zeit zwischen Juli und September 2017 vor. Bei Absatz und Umsatz wurden Bestwerte für ein drittes Quartal ausgewiesen. Allerdings mussten die Schwaben auf der Ergebnisseite mit den Belastungen für Software-Updates älterer Dieselautos fertig werden. Während die Umsatzerlöse im Vorjahrsvergleich um 6 Prozent auf 40,8 Mrd. Euro kletterten, schrumpfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 12,5 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Der Nettogewinn lag bei 2,3 Mrd. Euro, nach 2,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Auf Neunmonatssicht blieb Daimler jedoch auf Erfolgskurs. Zwischen Januar und September stehen neue Bestwerte bei Absatz, Umsatz und EBIT zu Buche. Zudem wurden die Jahresziele bestätigt. Umsatz, Absatz und EBIT sollen trotz der kleinen Delle beim Ergebnis im dritten Quartal in 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen.

 

Quelle: Reuters


Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

 Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

 

Dienstag

Johnson & Johnson, UnitedHealth Group, IBM

Mittwoch

eBay, Akzo Nobel, ASML Holding

Donnerstag

Verizon, Intuitive Surgical, Unilever

Freitag

General Electric, Procter & Gamble, Schlumberger, TomTom, Software AG