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Trading

Berichtssaison lenkt von Brexit-Chaos ab

Das britische Parlament hat den Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May abgelehnt. Obwohl damit die Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestiegen ist, reagierten Marktteilnehmer relativ gelassen. Unter anderem weil eine Ablehnung bereits eingepreist war und sich Marktteilnehmer derzeit unter anderem mithilfe der Berichtssaison für das Schlussquartal 2018 auf andere Themen konzentrieren können.

Nachdem die US-Banken den Anfang gemacht haben geht es in der kommenden Woche mit den Bilanzvorlagen von Johnson & Johnson, IBM (Dienstag); Procter & Gamble (Mittwoch); Intel, Starbucks (Donnerstag) und Colgate-Palmolive (Freitag) weiter.



Johnson & Johnson macht nicht nur das turbulente Börsenumfeld zu schaffen


Zum Ende des Jahres 2018 machte der Johnson & Johnson-Aktie nicht nur das schwache Börsenumfeld zu schaffen, sondern auch eine Reuters-Meldung, wonach sich in Babypuder-Produkten des Pharmazie- und Konsumgüterkonzerns zeitweise krebserregende Asbest-Stoffe befunden haben könnten. Außerdem habe Johnson & Johnson diese Informationen der Börsenaufsicht und der Öffentlichkeit verheimlicht. Am Dienstag sind jedoch zunächst die jüngsten Quartalsergebnisse im Fokus. Analysten rechnen laut Reuters für das Dezember-Quartal im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 20,17 Mrd. US-Dollar, was in etwa dem Vorjahreswert entspricht. Das bereinigte EPS soll aus Analystensicht von 1,74 US-Dollar im Vorjahr auf 1,95 US-Dollar angestiegen sein.

Update Johnson & Johnson: Starkes Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten
Johnson & Johnson erzielte im Schlussquartal 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 20,4 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 3,04 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahr Einmaleffekte rund um die US-Steuerreform noch für einen Nettoverlust von 10,71 Mrd. US-Dollar gesorgt hatten. Das bereinigte EPS wurde nun mit 1,97 US-Dollar angegeben. Analysten rechneten laut Reuters im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 20,17 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,95 US-Dollar. Damit wurden die Markterwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn geschlagen. Zum Jahresende profitierte das Unternehmen vor allem von guten Geschäften mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Außerdem kam dem Konzern eine niedrigere Steuerquote zugute.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



IBM möchte seine Wachstumsschwäche überwinden


IBM sorgte zuletzt mit der beabsichtigten Übernahme von Red Hat für Furore. Mit einem Volumen von 34 Mrd. US-Dollar wäre es die größte Übernahme der Firmengeschichte. Mithilfe des auf das Linux-Betriebssystem spezialisierten US-Softwareunternehmens möchte Big Blue das Wachstum im Cloud-Segment vorantreiben und gleichzeitig die konzernweite Wachstumsschwäche überwinden. Am Dienstag gibt IBM wiederum die Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2018 bekannt. Analysten gehen laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 3,3 Prozent auf 21,80 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird von Analystenseite bei 4,84 US-Dollar gesehen, nach 5,14 US-Dollar im Vorjahr.

Update IBM: Big Blue kommt in Schwung
IBM konnte mit seinen jüngsten Geschäftszahlen Anleger überzeugen. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2019 lag ebenfalls über den Markterwartungen. Zwischen Oktober und Dezember 2018 lagen die Umsatzerlöse von Big Blue bei 21,76 Mrd. US-Dollar. 3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 4,87 US-Dollar angegeben, nach 5,14 US-Dollar im Vorjahr. Analysten hatten laut Refinitiv kurz vor Bekanntgabe der Zahlen mit Umsatzerlösen in Höhe von 21,71 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten EPS von 4,82 US-Dollar gerechnet. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet das IBM-Management mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 13,90 US-Dollar (2018: 13,81 US-Dollar), während laut Refinitiv zuletzt auf Analystenseite mit einem Wert von 13,79 US-Dollar gerechnet wurde. Besonders erfreut zeigte man sich auf Unternehmensseite, dass die Umsatzerlöse in 2018 auf Gesamtjahressicht um 1 Prozent auf 79,6 Mrd. US-Dollar gesteigert werden konnten. In 2019 soll das Wachstum dank der vielversprechenden Geschäftsbereiche Cloud Computing, Künstliche Intelligenz, Big Data oder Cyber Security weiter angekurbelt werden. Man darf gespannt sein, ob IBM die Wachstumsschwäche der vergangenen Jahre damit überwinden kann.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Procter & Gamble zeigt sich stabil


Die Aktie von Procter & Gamble zeigte sich zum Ende des Jahres 2018 trotz der allgemeinen Börsenturbulenzen relativ stabil. Dies liegt unter anderem daran, dass es sich bei dem Konzern um einen so genannten defensiven Wert handelt. Defensiven Werten wird eine gewisse Konjunkturunabhängigkeit nachgesagt. Schließlich müssen die Menschen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten essen, zum Arzt gehen oder an ihre Körperpflege denken. Davon profitiert der US-Konsumgüterkonzern mit Marken wie blend-a-med oder Gillette. Wie gut die Geschäfte im Dezember-Quartal gelaufen sind, erfahren Anleger am Mittwoch. Analysten gingen zuletzt laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzminus von 1,5 Prozent auf 17,14 Mrd. US-Dollar aus, während das bereinigte EPS einen Anstieg von 1,19 US-Dollar im Vorjahr auf nun 1,21 US-Dollar verzeichnet haben sollte.

Update Procter & Gamble: Konsumgüterkonzern kann höhere Preise durchsetzen
Procter & Gamble konnte dank höherer Preise für das zweite Quartal 2018/19 überzeugende Ergebnisse abliefern. Zudem überzeugte der Konsumgüterkonzern mit seinem Ausblick. Zwischen Oktober und Dezember 2018 lagen die konzernweiten Erlöse bei 17,44 Mrd. US-Dollar und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Organisch wurde jedoch ein Umsatzplus von 4 Prozent erzielt. Das bereinigte EPS lag wiederum bei 1,22 US-Dollar. Analysten hatten kurz vor Bekanntgabe der Zahlen laut Refinitiv im Schnitt mit einem Umsatz von 17,15 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,21 US-Dollar gerechnet. Für 2019 zeigte sich das Management in Bezug auf die Umsatzprognose optimistischer. Das organische Umsatzwachstum wird bei 2 bis 4 Prozent gesehen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Intel: Deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen erwartet


Vom 8. bis 11. Januar durfte der US-Chipkonzern Intel auf der Elektronikfachmesse CES in Las Vegas die Neuheiten in der Technologiewelt präsentieren. Auch Intel möchte an Themen wie Künstliche Intelligenz oder Autonomes Fahren teilhaben. Am Donnerstag steht jedoch erst einmal der Blick auf das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018 an. Analysten sehen laut Reuters im Schnitt einen deutlichen Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 11,4 Prozent auf 18,99 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll ebenfalls deutlich von 1,08 US-Dollar im Vorjahr auf 1,22 US-Dollar angestiegen sein.

Update Intel: Ausblick sorgt für wenig Begeisterung
Intel konnte im Schlussquartal 2018 auf der Gewinnseite überzeugen. Allerdings zeigten sich Marktteilnehmer von den Umsätzen und dem Ausblick des Chipkonzerns enttäuscht. Zwischen Oktober und Dezember lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 18,66 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verdiente Intel 5,2 Mrd. US-Dollar, nachdem Sondereffekte rund um die US-Steuerreform ein Jahr zuvor für einen Verlust von 700 Mio. US-Dollar gesorgt hatten. Das bereinigte EPS lag dieses Mal bei 1,28 US-Dollar. Analysten hatte zuletzt laut Refinitiv im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,22 US-Dollar gerechnet, während die Erlöse bei 19,01 Mrd. US-Dollar gesehen wurden. Das Intel-Management stellt für das laufende erste Quartal 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 16,0 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten EPS von 0,87 US-Dollar in Aussicht. Der Refinitiv-Konsens lag zuletzt bei einem Umsatz von 17,37 Mrd. US-Dollar und einem EPS von 1,01 US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Starbucks: Neue Filialen haben Vorrang


Am Donnerstag wird auch die US-Kaffeehauskette Starbucks ihre neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten gehen laut Reuters für das erste Quartal des Starbucks-Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Dezember) von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 6,8 Prozent auf 6,49 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird von Analystenseite jedoch mit 65 Cents lediglich auf dem Niveau des Vorjahres gesehen. Das Unternehmen treibt seinen Wachstumskurs unbeirrt voran, auch wenn die Investitionen zunächst die Gewinne belasten. Im laufenden Geschäftsjahr sollen weltweit netto 2.100 neue Starbucks-Filialen eröffnet werden. Die Steigerung der vergleichbaren Umsätze wird von Unternehmensseite für das laufende Fiskaljahr jedoch lediglich am unteren Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 3 bis 5 Prozent gesehen. Entsprechend gespannt dürften Anleger sein, wie der Start in das Geschäftsjahr ausgefallen ist.

Update Starbucks: Feiertags-Specials sorgen für gute Geschäfte
Starbucks konnte dank spezieller Kaffeeangebote zu den Feiertagen einen starken Schlussspurt 2018 hinlegen und die Markterwartungen für das Dezember-Quartal übertreffen. Im ersten Quartal des Starbucks-Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Dezember) lagen die Umsatzerlöse bei 6,63 Mrd. US-Dollar. Damit wurden die Erlöse im Vorjahresvergleich um 9,2 Prozent gesteigert. Der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn fiel von 2,25 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 760,6 Mio. US-Dollar. Im Vorjahr wurden die Zahlen jedoch durch Einmaleffekte wie Anteilsverkäufe aufgebläht. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie im Dezember-Quartal bei 68 Cents. Analysten hatten laut Refinitiv kurz vor Bekanntgabe der Zahlen mit Umsatzerlösen von 6,49 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 65 Cents gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Colgate-Palmolive: Beeindruckende Dividendenhistorie


Am 10. Januar 2019 teilte Colgate-Palmolive mit, seinen Anteilseignern eine Quartalsdividende in Höhe von 42 Cents auszuzahlen. Dabei gehört der US-Konsumgüterkonzern schon seit vielen Jahren zu den attraktivsten Dividendenwerten. Seit 1895 werden ununterbrochen Dividenden an die Anteilseigner ausgeschüttet. Darüber hinaus wurde die Ausschüttung nun schon 55 Jahre in Folge erhöht. Die Geschäftszahlen für das Dezember-Quartal dürften Aufschluss darüber liefern, ob diese Serie fortgesetzt werden kann. Analysten gehen laut Reuters von Umsatzerlösen in Höhe von 3,78 Mrd. US-Dollar aus, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 2,9 Prozent entsprechen würde. Der bereinigte Gewinn wird mit 73 Cents ebenfalls unter dem Vorjahreswert (75 Cents) gesehen.

Update Colgate-Palmolive: Höhere Ausgaben belasten Prognose
Colgate-Palmolive musste für das vierte Quartal 2018 einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 2,0 Prozent auf 3,81 Mrd. US-Dollar ausweisen. Organisch wuchs die weltweite Nummer eins bei Zahnpflegeprodukten um 2,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 74 Cents angegeben. Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv mit Umsatzerlösen von 3,77 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 73 Cents gerechnet. Allerdings zeigten sich Marktteilnehmer mit dem Ausblick nicht ganz zufrieden. Das Unternehmen rechnet für 2019 mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich. Vor allem höhere Rohstoffkosten und steigende Ausgaben für Marketingmaßnahmen dürften sich negativ auf die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2019 auswirken.  


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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