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Trading

Berichtssaison hält weitere Leckerbissen bereit

Anleger fragen sich derzeit, welche Auswirkungen die Präsidentschaft Emmanuel Macrons in Frankreich auf die Märkte haben wird. Zudem stehen auch in Deutschland wichtige Wahlen an. Außerdem steht die Frage im Raum, ob US-Präsident Donald Trump für angekündigte Vorhaben die Unterstützung des Kongresses erhalten wird. Unternehmenssteuerreform, Infrastrukturprogramm und Regulierungsabbau sind selbst innerhalb der republikanischen Partei umstritten.

Allerdings sollten Anleger nicht nur die Weltpolitik im Auge haben. Einmal mehr erwarten uns einige wichtige Bilanztermine. In den USA neigt sich die aktuelle Berichtssaison ihrem Ende zu. Dafür geht es in Europa und vor allem in Deutschland weiterhin heiß her. Zumal auch noch einige Hauptversammlungen anstehen. In der kommenden Woche berichten unter anderem RWE, Salzgitter (Montag); Home Depot (Dienstag); Cisco Systems (Mittwoch); Wirecard, Alibaba und Salesforce.com (Donnerstag).



RWE will wieder nach vorne schauen


Im Geschäftsjahr 2016 gab es für den Energiekonzern RWE noch einmal einen dicken Verlust. Bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse blickte das Management des DAX®-Unternehmens nach erfolgreicher Neuorganisation allerdings wieder optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen prognostiziert für das bereinigte EBITDA in 2017 eine Bandbreite von 5,4 bis 5,7 Mrd. Euro, nach 5,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Das bereinigte Nettoergebnis soll wiederum von 0,8 Mrd. Euro auf 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro ansteigen. Außerdem soll die Dividende auf Stamm- und Vorzugsaktien bei 50 Cent liegen, nachdem Inhaber von Vorzugsaktien für 2016 lediglich 13 Cent erhielten und Inhaber von Stammaktien sogar leerausgingen. Nun werden Anleger erfahren, wie der Jahresauftakt ausgefallen ist.

Update RWE: Anteilseignern winkt Dividende
RWE fuhr in 2016 einen deutlichen Verlust ein. Der Auftakt in das Geschäftsjahr 2017 fiel ebenfalls relativ schwach aus. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis lag zwischen Januar und März bei 689 Mio. Euro. Anfang 2016 lag dieser Wert noch bei 838 Mio. Euro. Die konzernweiten Umsatzerlöse fielen um 2,7 Prozent auf 13,3 Mrd. Euro. Dem Konzern machten erneut niedrigere Strompreise zu schaffen. Trotzdem wurden die Jahresziele bestätigt. Auch in Sachen Dividende gibt sich das Management optimistisch, die in Aussicht gestellten 50 Cent pro Stamm- und Vorzugsaktie zahlen zu können.


Quelle: Reuters


Salzgitter: Erholung schreitet voran


Gleich zu Wochenbeginn will Salzgitter genauere Ergebnisse für das erste Quartal 2017 vorlegen, nachdem Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern bereits einige vorläufige Eckdaten präsentiert hatte. Der Vorsteuergewinn lag bei 77,1 Mio. Euro, nach lediglich 3,1 Mio. Euro im Vorjahr. Grund für die positive Entwicklung sei die Markterholung am lange Zeit unter Preisdruck und Überkapazitäten leidenden europäischen Stahlmarkt gewesen. Auch deshalb wurden die Jahresziele erhöht. Die Prognose für den 2017er-Vorsteuergewinn wurde von 100 bis 150 Mio. Euro auf 125 bis 175 Mio. Euro angehoben.

Update Salzgitter: Angehobene Prognose bestätigt
Salzgitter hatte bereits einige erfreuliche Eckdaten für das erste Quartal 2017 präsentiert und die Prognose für den 2017er-Vorsteuergewinn angehoben. Zwischen Januar und März lag dieser bei 77,1 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel auf 2,35 Mrd. Euro. Hierzu trugen die Geschäftsbereiche Handel, Flachstahl sowie Grobblech / Profilstahl vor allem aufgrund verbesserter Durchschnittserlöse für Stahlerzeugnisse maßgeblich bei, aber auch die übrigen Segmente verzeichneten Zuwächse, hieß es von Unternehmensseite. Die angehobene Prognose wurde bestätigt. Der Vorsteuergewinn wird bei 125 bis 175 Mio. Euro gesehen, während der Umsatz auf etwa 9 Mrd. Euro gesteigert werden soll.


Quelle: Reuters


Home Depot: Anhaltende Erfolgswelle


In dieser Woche legt die weltgrößte Baumarktkette Home Depot ihre neuesten Quartalsergebnisse vor. Das Unternehmen profitierte zuletzt einige Male von der Erholung am US-Häusermarkt und der anhaltenden Kauflust der US-Amerikaner. Diese wurde durch niedrige Zinsen und eine gute Lage am Arbeitsmarkt befeuert. Für das erste Quartal des Jahres gehen Analysten laut Reuters-Konsens von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent auf 23,68 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wiederum bei 1,61 US-Dollar gesehen, nach 1,44 US-Dollar im Vorjahr.

Update Home Depot: Wachstumstrend hält an
Home Depot hat dank der Erholung am US-Häusermarkt erneut starke Quartalsergebnisse präsentiert und die Ziele für das Gesamtjahr 2017 angehoben. Die Umsatzerlöse lagen im ersten Quartal bei 23,9 Mrd. US-Dollar, 4,9 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Analysten hatten laut Reuters-Konsens mit einem Plus auf 23,68 Mrd. US-Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde wiederum bei 1,61 US-Dollar gesehen, nach 1,44 US-Dollar im Vorjahr. Home Depot erreichte einen Wert von 1,67 US-Dollar. Auf Gesamtjahressicht rechnet das Unternehmen nun mit einem bereinigten EPS von 7,15 US-Dollar, nachdem zuvor ein Wert von 7,13 US-Dollar in Aussicht gestellt worden war. Dies wurde unter anderem mit dem Rückkauf von Aktien begründet. Die konzernweiten Umsatzerlöse und die vergleichbaren Filialumsätze sollen in 2017 wiederum um jeweils 4,6 Prozent zulegen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Cisco Systems stellt sich auf neue Marktgegebenheiten ein


Die hohe Nachfrage nach Sicherheitslösungen im Internet dürfte das Management des Netzwerkspezialisten Cisco Systems zuletzt gefreut haben. Allerdings muss sich die Geschäftsführung aufgrund der Verbreitung des mobilen Internets und des Booms im Bereich Cloud Computing auf ganz neue Marktgegebenheiten einstellen. Dies wird Zeit und Geld kosten. Auch im gerade beendeten dritten Quartal des Fiskaljahres 2016/17 dürfte sich dies gezeigt haben. Analysten gehen laut Reuters-Konsens sogar von einem leichten Umsatzrückgang um 0,9 Prozent auf 11,90 Mrd. US-Dollar aus. Das bereinigte EPS soll dagegen leicht von 57 auf 58 Cents zulegen.   

Update Cisco Systems: Weitere Stellenstreichungen
Anleger reagierten enttäuscht auf den jüngsten Quartalsbericht beim Netzwerkspezialisten Cisco Systems. Im dritten Quartal lagen die Umsatzerlöse bei 11,9 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS bei 0,60 US-Dollar lag. Analysten gingen laut Reuters-Konsens ebenfalls von einem leichten Umsatzrückgang auf 11,9 Mrd. US-Dollar aus. Das bereinigte EPS sollte wiederum von 57 auf 58 Cents zulegen. Allerdings fiel der Ausblick wenig berauschend aus. Im laufenden Quartal sollen die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 4 bis 6 Prozent sinken. Außerdem sollen zu den bereits angekündigten 5.500 Stellenstreichungen weitere 1.100 folgen. Ein Anzeichen dafür, dass Cisco größere Schwierigkeiten mit den derzeitigen Marktveränderungen hat, als zuvor gedacht.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Wirecard wächst weiter


Der Zahlungsabwickler Wirecard konnte in den vergangenen Jahren mit einem beeindruckenden Wachstumskurs aufwarten. Dabei wurde das TecDAX®-Unternehmen Anfang 2017 nicht langsamer. Nach vorläufigen Zahlen hat sich der Umsatz zwischen Januar und März 2017 um rund 31 Prozent auf 274,8 Mio. Euro erhöht. Der vorläufige operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um ca. 32 Prozent auf 81,6 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr wurde erneut ein EBITDA von 382 bis 400 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Genauere Ergebnisse für das erste Quartal dürften zeigen, ob die Ziele nicht vielleicht sogar wieder angehoben werden sollten.

Update Wirecard: Zu vorsichtig
Der Zahlungsabwickler Wirecard hatte bereits einige vorläufige Eckdaten für das erste Quartal 2017 präsentiert. Bei der Bekanntgabe der endgültigen Zahlen gab es nun keine Überraschungen. Trends wie der Internethandel ließen das TecDAX-Unternehmen aus Aschheim bei München weiter wachsen. Allerdings zeigten sich Investoren nicht gerade begeistert, dass die Jahresziele trotz eines starken Auftakts lediglich bestätigt wurden. Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein EBITDA von 382 bis 400 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal lag dieser Wert bei 81,3 Mio. Euro, ein Anstieg um 31,1 Prozent.


Quelle: Reuters


Alibaba: Neue Wege


In dieser Woche stellt Alibaba nicht nur die Ergebnisse für das vierte Quartal, sondern auch für das gesamte Fiskaljahr 2016/17 vor. Das Geschäftsjahr endete am 31. März. Dabei wird einmal mehr der Fokus auf der Kauflust der Chinesen und deren Bereitschaft, Einkäufe über das mobile Internet zu tätigen, liegen. Während Alibaba weiterhin vom chinesischen Wirtschaftswachstum profitiert, dreht sich immer noch vieles um den Heimatmarkt. Aus diesem Grund werden Initiativen, wie sie von Konzernchef Jack Ma zuletzt angestoßen wurden, immer wichtiger. Mitte Juni soll eine Konferenz in Detroit, Michigan stattfinden, die US-Unternehmen den Weg auf den chinesischen Markt über Alibaba aufzeigen soll.

Update Alibaba: Luft nach oben
Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba hat seine Umsatzerlöse im abgelaufenen vierten Quartal 2016/17 um 60 Prozent auf umgerechnet 5,6 Mrd. US-Dollar gesteigert. Das höchste Umsatzwachstum seit dem Börsengang. Auf Gesamtjahressicht wurde ein Plus von 56 Prozent auf 23,0 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Der Nettogewinn schoss zum Jahresende um 85 Prozent auf 1,4 Mrd. US-Dollar. Neben dem Wachstum des eigenen Online-Marktplatzes verwies das Management als Erfolgsfaktoren zudem auf die sich bereits jetzt auszahlenden Investitionen in neue Geschäftsfelder wie Cloud Computing. Dort lag der Zuwachs bei 103 Prozent. Allerdings setzte Alibaba in diesem Bereich im abgelaufenen Quartal lediglich 314 Mio. US-Dollar um. Viel Luft nach oben also.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Salesforce.com will Erwartungen erfüllen


Wenn es um den Zukunftsmarkt Mietsoftware aus dem Internet geht, ist Salesforce.com an der Spitze zu finden. Das soll auch so bleiben. Deshalb will der US-Softwarekonzern weiter wachsen. Wenn es nach den Analysten geht, ist dem Unternehmen im abgelaufenen Quartal im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von 22,5 Prozent auf 2,35 Mrd. US-Dollar (Reuters-Konsens) gelungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wiederum laut Reuters-Konsens bei 26 Cents gesehen, nach 24 Cents im Vorjahr. Warten wir es ab, ob diese Erwartungen erfüllt werden können und ob das Management ein anhaltend hohes Wachstumstempo in Aussicht stellen kann.

Update Salesforce.com: Noch größeres Selbstvertrauen
SAP-Konkurrent Salesforce.com konnte einen starken Auftakt in das Geschäftsjahr 2017/18 feiern und die Gesamtjahresziele anheben. Zwischen Februar und April 2017 kletterten die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 2,39 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 28 Cents, nach 24 Cents im Vorjahr. Analysten hatten zuvor laut Reuters-Konsens mit Umsätzen in Höhe von 2,35 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 26 Cents gerechnet. Es wurden jedoch nicht nur die Markterwartungen für die Geschäftszahlen im ersten Quartal geschlagen. Die Prognose wurde ebenfalls angehoben. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit Umsätzen zwischen 10,25 und 10,30 Mrd. US-Dollar, nach zuvor 10,15 bis 10,20 Mrd. US-Dollar. Die EPS-Prognose liegt bei 1,28 bis 1,30 US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Bilfinger SE, Aurubis, Deutsche Pfandbriefbank, Talanx, TUI, United Internet

Dienstag

TJX Cos, Ubisoft Entertainment

Mittwoch

ABN AMRO, Bouygues

Donnerstag

Wal-Mart Stores, Ross Stores, NN Group, Merck KGaA, Suedzucker

Freitag

 


 

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