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Berichtssaison geht zwar zu Ende - die Nachrichtenflut hält aber an

Während sich die Börsen in den vergangenen Tagen wieder einmal auf die Weltpolitik, US-Präsident Donald Trump, die Geldpolitik der Notenbanken und andere gesamtwirtschaftliche Themen gestürzt haben, nähert sich die aktuelle Berichtssaison ihrem Ende. In den USA berichten nur noch wenige Nachzügler oder Unternehmen, die außerhalb des Kalenderjahres bilanzieren. Aufgrund des etwas späteren Einstiegs in die Berichtssaison für das zweite Quartal 2017 erwarten uns in Europa dagegen deutlich mehr Berichte.

In der kommenden Woche werden unter anderem RWE, Talanx (Montag); K+S, Home Depot (Dienstag); Cisco Systems (Mittwoch); Alibaba, Wirecard und Wal-Mart (Donnerstag) ihre neuesten Quartalsergebnisse vorlegen.




RWE: Neue Wege


In der vergangenen Woche präsentierte E.ON seine Halbjahreszahlen 2017. Der Energieversorger profitierte zuletzt von einer Rückzahlung der Bundesregierung, nachdem die so genannte Brennelementesteuer vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt worden war. Im Fall des Konkurrenten RWE dürfte diese Rückzahlung jüngst ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt haben. Mehr dazu werden wir erfahren, wenn der Konzern am Montag seine neuesten Geschäftsergebnisse vorlegt. Abgesehen davon haben sich die beiden Konzerne in den vergangenen Jahren stark auseinanderentwickelt. E.ON kümmert sich in Zukunft um Erneuerbare Energien, während das Kraftwerksgeschäft nun Uniper übernimmt. Im Gegensatz dazu hat RWE seine Ökostrom-Aktivitäten (innogy) ausgelagert und das traditionelle Kraftwerksgeschäft behalten.

Update RWE: Das obere Ende im Blick
Genauso wie bei E.ON beflügelte auch bei RWE die Rückzahlung der Brennelementesteuer die Geschäftsergebnisse im ersten Halbjahr 2017. Der Nettogewinn schoss deshalb von 457 Mio. Euro im Vorjahr auf 2,7 Mrd. Euro. Bereinigt um die Rückerstattung konnte der Gewinn mit einem Plus von 35 Prozent auf 809 Mio. Euro ebenfalls deutlich gesteigert werden. Von Januar bis Juni hat der Konzern ein bereinigtes EBITDA von 3,2 Mrd. Euro erzielt, nach 3,0 Mrd. Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2017 geht RWE unverändert davon aus, ein bereinigtes EBITDA von 5,4 bis 5,7 Mrd. Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro zu erzielen. Allerdings zeigt sich das Management etwas optimistischer und peilt nun das obere Ende der genannten Bandbreiten an.



Quelle: Bloomberg




Talanx treibt Diversifizierung außerhalb des Heimatmarktes voran


Talanx, die nach Prämieneinnahmen drittgrößte deutsche und eine der großen europäischen Versicherungsgruppen, will außerhalb des deutschen Heimatmarktes wachsen. Schon heute ist das Unternehmen mit Sitz in Hannover in rund 150 Ländern aktiv. Jetzt hat man Kolumbien ins Auge gefasst. Immerhin der fünftgrößte lateinamerikanische Markt. Mit der Übernahme der Generali Colombia Seguros Generales S.A. und deren Tochtergesellschaft Generali Colombia Vida Compañia de Seguros S.A. tritt der Konzern in den kolumbianischen Versicherungsmarkt ein. Langfristig verspricht man sich bei Talanx neue Wachstumsmöglichkeiten. In der kommenden Woche werden Investoren jedoch erst einmal darauf schauen, wie die Geschäfte im zweiten Quartal 2017 gelaufen sind. Dabei will Talanx an den erfolgreichen Jahresauftakt anknüpfen.

Update Talanx: Voll im Plan
Bei Talanx lief es im ersten Halbjahr und im zweiten Quartal 2017 derart gut, dass der Versicherer seine Prognose für den 2017er-Nettogewinn von 800 auf 850 Mio. Euro anhob. Zwischen Januar und Juni lag der Gewinn bei 463 Mio. Euro. Ein Zuwachs von 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu dem erfreulichen Anstieg trugen alle Geschäftsbereiche bei, besonders das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft und die Industrieversicherung, hieß es von Unternehmensseite. Die Prämieneinnahmen wuchsen im ersten Halbjahr um 6,9 Prozent auf 17,6 Mrd. Euro. Darüber hinaus würde die strategische Neuausrichtung im Deutschlandgeschäft voll im Plan liegen.





Quelle: Bloomberg




K+S: Stimmungsaufhellung


In den vergangenen Jahren musste der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S diverse Herausforderungen meistern. Dazu gehörten unter anderem niedrige Preise am Markt für Kalidüngemittel. Darüber hinaus sorgte das Werk Werra mit Produktionseinschränkungen für Schlagzeilen. Zuletzt schien sich jedoch immer mehr eine Erholung abzuzeichnen. Zu Jahresbeginn 2017 durfte man sich auf Unternehmensseite über eine hohe Nachfrage nach den hauseigenen Düngemittelspezialitäten und ein erneut starkes Nicht-Auftausalzgeschäft freuen. Zudem bietet das kanadische Legacy-Projekt für die Zukunft einige Möglichkeiten. Am Dienstag dürfte das Unternehmen Anlegern wiederum verraten, inwieweit die Erholung am Markt für Kali-Dünger voranschreiten konnte.

Update K+S: Erholung schreitet weiter voran
Genauso wie zu Beginn des Jahres konnte der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S von einer Erholung im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte profitieren. Dazu hatten vor allem Absatzsteigerungen infolge einer höheren Produktverfügbarkeit am Werk Werra beigetragen. Dagegen machte sich im Salz-Geschäft ein relativ milder Winter in den USA negativ bemerkbar. Zwischen April und Juni legten die Umsatzerlöse konzernweit um 1,4 Prozent auf 742 Mio. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 22,9 Prozent auf 102 Mio. Euro, während das operative Ergebnis EBIT I auf 29 Mio. nahezu verdoppelt werden konnte. Für das Gesamtjahr 2017 geht das K+S-Management weiterhin von Umsatzerlösen zwischen 3,6 und 3,8 Mrd. Euro aus. Im Vorjahr waren es 3,5 Mrd. Euro. Das EBITDA wird in einer Spanne zwischen 560 bis 660 Mio. Euro (Vorjahr: 519 Mio. Euro) gesehen, während das EBIT I von 229 Mio. Euro auf 260 bis 360 Mio. Euro ansteigen soll.





Quelle: Bloomberg




Home Depot und die Kauflust der US-Konsumenten


Am Dienstag, noch bevor die US-Börsen in den Handel starten, wird die weltgrößte Baumarktkette Home Depot neue Quartalsergebnisse präsentieren. Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Juli) rechnen Analysten laut Reuters im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,21 US-Dollar, nach 1,97 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse werden bei 27,80 Mrd. US-Dollar gesehen. Dies würde einem Plus von 5,0 Prozent entsprechen. Zudem dürften Anleger gespannt sein, ob es eine weitere Anhebung des Gewinnziels für das Gesamtjahr geben wird. Im Zuge des Berichts zum ersten Quartal wurde das EPS-Ziel leicht von 7,13 auf 7,15 US-Dollar angehoben. Nun dürften Investoren erneut darauf schauen, ob Home Depot weiterhin von der Erholung am US-Häusermarkt und einer allgemeinen Kauflust der US-Konsumenten profitieren konnte.

Update Home Depot: Höhere Umsatz- und Gewinnprognose
Bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal hatte Home Depot die Gesamtjahresprognose für das bereinigte EPS von 7,13 auf 7,15 US-Dollar angehoben. Jetzt ging es noch einmal auf 7,29 US-Dollar nach oben. Dies wäre ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 6,45 US-Dollar. Zu der Verbesserung und der Anhebung der Prognose tragen unter anderem Aktienrückkäufe im Volumen von 7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 bei. Operativ machte Home Depot zuletzt ebenfalls eine sehr gute Figur. Steigende Häuserpreise und die Kauflust der US-Amerikaner trieben die Geschäfte an. Im zweiten Quartal 2017/18 (Ende Juli) lagen die Umsätze bei 28,1 Mrd. US-Dollar. Um 6,2 Prozent höher als im Vorjahr. Die vergleichbaren Umsätze legten um 6,3 Prozent zu, in den USA sogar um 6,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 2,25 US-Dollar angegeben. Damit wurden die Markterwartungen geschlagen. Analysten rechneten laut Reuters im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,21 US-Dollar und Umsatzerlösen in Höhe von 27,80 Mrd. US-Dollar.





Quelle: Bloomberg, Kurs in USD




Cisco Systems will weitere Enttäuschungen vermeiden


Anleger hatten beim US-Netzwerkspezialisten Cisco Systems mit Enttäuschung auf den Bericht zum dritten Quartal 2016/17 (Ende April) reagiert. Insbesondere weil das Unternehmen weitere Stellenstreichungen angekündigt hatte, um auf diese Weise auf verschiedene, teilweise schmerzhafte Marktveränderungen zu reagieren. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres (Ende Juli) gehen Analysten laut Reuters-Konsens von einem Rückgang des bereinigten EPS gegenüber dem Vorjahr um 2 Cents auf 61 Cents aus. Auf Umsatzseite wird mit einem Rückgang um 4,5 Prozent auf 12,06 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Update Cisco Systems: Weiterer Umsatzschwund
Im vierten Geschäftsquartal 2016/17 (Ende Juli) musste Cisco Umsatz- und Ergebnisrückgänge im Vorjahresvergleich hinnehmen. Während die Erlöse um 4 Prozent auf 12,1 Mrd. US-Dollar schrumpften, fiel der Nettogewinn um 14 Prozent auf 2,4 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS wurde mit 61 Cents angegeben. Damit traf der US-Netzwerkspezialist sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn die Markterwartungen. Trotzdem reagierten Investoren enttäuscht. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Oktober) rechnet Cisco mit einem weiteren Umsatzrückgang. Außerdem konnte sich die Sparte rund um den Bereich Datensicherheit nicht ganz so dynamisch wie zuletzt entwickeln.



Quelle: Bloomberg, Kurs in USD




Alibaba: Wichtiger Schritt


Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba musste sich in den vergangenen Jahren viel Kritik anhören, dass man nicht entschieden genug gegen die Verbreitung von Raubkopien vorgehen würde. Jetzt hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt unternommen, um die Markenrechte auf seinen Handelsplattformen zu schützen. Hierzu wurde eine Kooperation mit dem französischen Unternehmen Kering vereinbart. Zu Kering gehören einige der weltweit bekanntesten Mode- und Luxusmarken wie Gucci oder Yves Saint Laurent. Eine solche Partnerschaft könnte für Alibaba letztlich auch ein wichtiger Schritt sein, um sich endlich auch abseits des heimischen chinesischen Marktes zu etablieren. Am Donnerstag will das Unternehmen erst einmal die Zahlen für das Juni-Quartal präsentieren.

Update Alibaba: Erfolg auf ganzer Linie
Alibaba konnte einen starken Auftakt in das Geschäftsjahr 2017/18 hinlegen. Im ersten Quartal (Ende Juni) lagen die Umsatzerlöse bei umgerechnet 7,52 Mrd. US-Dollar. Ein deutlicher Anstieg von 56 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsätze in Kernsegment mit den Handelsplattformen wuchsen sogar um 58 Prozent. Dabei profitierte Alibaba erneut von der zunehmenden Bereitschaft der Chinesen, online einzukaufen und dies immer häufiger mithilfe mobiler Geräte wie Smartphones zu erledigen. Wachstumstreiber war erneut auch der relativ neue Bereich Cloud Computing. Die dortigen Erlöse kletterten um 96 Prozent nach oben. Der Nettogewinn wurde konzernweit auf 2,07 Mrd. US-Dollar ebenfalls fast verdoppelt.





Quelle: Bloomberg, Kurs in USD




Wirecard setzt Wachstumskurs fort


Der Zahlungsabwickler Wirecard legt am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2017 vor. Einige vorläufige Eckdaten hat das TecDAX-Unternehmen aus Aschheim bei München bereits veröffentlicht. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass der boomende Online-Handel und weitere Wachstumsfelder wie Mobile Payment Wirecard zugutekommen. Die Umsatzerlöse kletterten um 41 Prozent auf 339,8 Mio. Euro. Damit wurde im Vergleich zum Jahresauftakt eine noch höhere Wachstumsdynamik an den Tag gelegt. Der vorläufige operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 35 Prozent auf 95,1 Mio. Euro.

Update Wirecard: Ambitionierte Ziele
Wirecard hatte bereits vorläufige Eckdaten für das zweite Quartal präsentiert. Bei der Vorlage genauer Ergebnisse gab es nun keine großen Überraschungen. Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München bleibt auf Wachstumskurs. Im Juni-Quartal legten die Umsätze um 41,1 Prozent auf 340,6 Mio. Euro zu. Das EBITDA kletterte um 35,3 Prozent auf 95,2 Mio. Euro. Dabei profitierte Wirecard einmal mehr von dem sich beschleunigenden weltweiten Trend zur Digitalisierung von Zahlungsprozessen. Besonders erfreulich: Das Management erwartet eine starke Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr, so dass die 2017er-EBITDA-Prognose von 392 bis 406 Mio. Euro bestätigt wurde.



Quelle: Bloomberg




Wal-Mart unter Druck


Wenn der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart seine neuesten Quartalszahlen vorlegt, hören Anleger weltweit gespannt hin. Schließlich ist der Konzern der größte private Arbeitgeber der Welt. Darüber hinaus ist in den vergangenen Jahren ein erbitterter Kampf mit dem Online-Händler Amazon ausgebrochen. Immer mehr Menschen kaufen heutzutage online ein. Allerdings hat sich Wal-Mart inzwischen ebenfalls dem Online-Handel verschrieben. Nur hat sich Amazon in diesem Bereich längst einen Vorsprung herausgearbeitet. Am Donnerstag werden Anleger erfahren, wie sich dieser Wettbewerb auf die Wal-Mart-Geschäfte im zweiten Geschäftsquartal 2017/18 (Ende Juli) ausgewirkt haben.

Update Wal-Mart: Vergleichbare US-Umsätze steigen erneut
Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart durfte verkünden, dass im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Juli) mehr Kunden in die Filialen geströmt sind. Außerdem konnte sich das Unternehmen über mehr Online-Kunden freuen. Dabei war man auf Unternehmensseite vor allem darauf stolz, dass das Wachstum im Online-Bereich aus eigener Kraft erzielt werden konnte. Die vergleichbaren Umsätze wurden auf dem US-Heimatmarkt um 1,8 Prozent gesteigert. Es war das zwölfte Quartal mit einem Plus in Serie. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 123,36 Mrd. US-Dollar. Ein Zuwachs von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.



Quelle: Bloomberg



Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Bilfinger, Hamburger Hafen und Logistik, Deutsche Pfandbriefbank

Dienstag

TJX, Deutsche EuroShop

Mittwoch

Swiss Life

Donnerstag

Ross Stores, Boskalis Westminster, NN Group, ABN AMRO Group

Freitag

Koninklijke Vopak

 

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