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News & Trading

Berichtssaison: Europäische Unternehmen steigen mit ein

Nachdem der Aluminiumkonzern Alcoa die US-Berichtssaison zum ersten Quartal 2016 eröffnet hatte, ging es in der Vorwoche auch schnell mit den US-Banken weiter.

JP Morgan Chase, Bank of America und Wells Fargo haben ihre neuesten Zahlen bereits vorgelegt. Am Dienstag folgt Goldman Sachs. Es erwarten uns zudem die Berichte von IBM, Netflix (Montag), Coca-Cola, American Express (Mittwoch), Starbucks, Visa (Donnerstag) und General Electric (GE) (Freitag). In dieser Woche werden auch einige europäische Unternehmen ihre Berichte für das Auftaktquartal vorlegen. Ganz interessant dürften die neuesten Zahlen von Zalando (Dienstag) und Daimler (Freitag) sein.
 
IBM hat immer noch zu kämpfen
 
Der Technologiekonzern IBM hatte 2015 nicht nur mit dem Konzernumbau zu kämpfen, zu dem er durch die Schwäche am traditionellen PC-Markt und dem Trend hin zum Cloud Computing gezwungen war. Die Umsätze und Ergebnisse von Big Blue wurde außerdem durch den starken US-Dollar belastet. Diese Entwicklung dürfte sich im ersten Quartal 2016 fortgesetzt haben. Schließlich gehen Analysten laut Reuters-Konsens für die Zeit zwischen Januar und März von einem Umsatzrückgang von 6,8 Prozent auf 18,25 Mrd. US-Dollar und mit 2,08 US-Dollar von einem deutlich schwächeren bereinigten Gewinn je Aktie aus.
 

Quelle: Reuters


Update IBM: Eine traurige Serie

IBM konnte für das erste Quartal 2016 ein bereinigtes EPS von 2,35 US-Dollar ausweisen und damit die Reuters-Konsensschätzungen von 2,08 US-Dollar übertreffen. Allerdings enttäuschte Big Blue einmal mehr mit dem anhaltenden Umsatzschwund. Im März-Quartal schrumpften die Erlöse im Vorjahresvergleich um 5 Prozent auf 18,7 Mrd. US-Dollar. Damit hat IBM nun das 16. Quartal in Folge mit sinkenden Umsätzen eingefahren. Daher war es auch nur ein schwacher Trost, dass die Markterwartungen auf der Umsatzseite ebenfalls geschlagen werden konnten. IBM kämpft immer noch mit dem groß angelegten Konzernumbau hin zu mehr Cloud-Angeboten. Allerdings kosten die damit einhergehenden Entlassungen von Mitarbeitern in alten Konzernberiechen und Neueinstellungen in den Zukunftssegmenten viel Geld.   


Netflix: Gewinne bleiben vorerst zweitrangig
 
Der weltweit führende Video-on-Demand-Anbieter Netflix (WKN 552484) konzentriert sich weiterhin auf das Thema Wachstum. Angesichts hoher Investitionen in die Kundengewinnung außerhalb des US-Heimatmarktes und die Produktion eigener Filme, Serien und Dokumentationen müssen Gewinne erst einmal hintenanstehen. So lange sich die Nutzer jedoch in Scharen bei Netflix anmelden, können Anleger dem Unternehmen die schwache Profitabilität verzeihen. Für das erste Quartal 2016 hatte Netflix unlängst vorhergesagt, dass zu den 74,8 Millionen Nutzern Ende 2015 weitere 6 Millionen User hinzukommen sollten.
 

Quelle: Reuters


Update Netflix: Stotternder Wachstumsmotor?

An den Zahlen zum ersten Quartal 2016 hatte es wohl nicht gelegen, dass Investoren die Aktie des weltweit führenden Video-on-Demand-Anbieters Netflix in einer ersten Reaktion auf die Bilanzpräsentation abstraften. Vielmehr hatte das Unternehmen mit dem Ausblick auf das laufende Juni-Quartal enttäuscht. Es sollen lediglich 2,5 Millionen neue Nutzer hinzukommen, nachdem im Auftaktquartal ein Plus von 6,74 Millionen Usern auf nun insgesamt 81,5 Millionen Nutzer zu Buche stand. Ein schwächeres Wachstum ist jedoch nicht das einzige Problem, das Netflix nun beschäftigen könnte. Während die Ausgaben für eigene Produktionen wachsen, versucht Amazon neue Kunden mithilfe einer aggressiven Preispolitik zu gewinnen.



Goldman Sachs ist keine Ausnahme
 
Nachdem JP Morgan Chase, Bank of America und Wells Fargo ihre Berichte für das erste Quartal 2016 vorgelegt haben, wurde deutlich, dass der US-Bankensektor zu Jahresbeginn mit den Schwächen im heimischen Energiesektor und den allgemeinen Marktturbulenzen infolge der chinesischen Konjunktursorgen und des gefallenen Ölpreises zu kämpfen hatte. Goldman Sachs dürfte dabei keine Ausnahmen gewesen sein. Analysten rechnen laut Reuters-Konsens sogar mit einem deutlichen Umsatzrückgang um 36,4 Prozent auf 6,76 Mrd. US-Dollar und einem bereinigte EPS in Höhe von 2,45 US-Dollar, nach 5,94 US-Dollar im Vorjahr.

 

Quelle: Reuters


Update Goldman Sachs: Marktturbulenzen sorgen für deutlichen Gewinnrückgang

Als letzte der großen US-Banken hat nun auch Goldman Sachs den Bericht zum ersten Quartal 2016 vorgelegt. Dabei bot sich ein ähnliches Bild wie im Fall der anderen Wall-Street-Finanzinstitute. Besonders hart wurde das Unternehmen von den zu Jahresbeginn beobachteten Marktturbulenzen getroffen. Diese sorgten für Schwächen im Investmentbanking. Dabei wurde vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Rohstoffen und Devisen getroffen. Konzernweit gab es mit einem Minus von 56 Prozent auf 1,2 Mrd. US-Dollar und damit bereits das vierte Quartal in Folge mit einen rückläufigen Gewinn.   



Zalando wächst weiter
 
Obwohl die deutsche Modebranche zuletzt mit einigen Schwierigkeiten wie dem ungünstigen Wetter zu kämpfen hatte, konnte der Online-Modehändler Zalando auch 2015 stark wachsen. Nach einem Umsatzplus von 33,6 Prozent auf 2,96 Mrd. Euro sollen die Erlöse in 2016 am oberen Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent weiterwachsen. Dagegen lassen die Wachstumsinvestitionen derzeit nur wenig Raum für Margenverbesserungen. Die bereinigte 2016er-EBIT-Marge wird vom Management bei 3,0 bis 4,5 Prozent gesehen, nach 3,6 Prozent im Vorjahr. Das erste Quartal dürfte Hinweise liefern, inwieweit die selbstgesteckten Ziele erreicht oder sogar angehoben werden können.
 


Quelle: Reuters


Update Zalando: Ziele fest im Blick

Der Online-Modehändler Zalando hat vorläufige Eckdaten zum ersten Quartal 2016 vorgelegt. Demnach seien die Erlöse um 22,5 bis 24,5 Prozent auf 788 bis 801 Mio. Euro angestiegen. Gleichzeitig sieht sich das MDAX-Unternehmen auf einem guten Weg, für das Gesamtjahr das obere Ende des in Aussicht gestellten Zielkorridors von 20 bis 25 Prozent zu erreichen. Auf der Ergebnisseite lief es dagegen zuletzt nicht ganz so rund. Das bereinigte EBIT soll bei 12 bis 28 Mio. Euro gelegen haben. Dies ergibt eine Marge von 1,5 bis 3,5 Prozent. Auf Gesamtjahressicht rechnet Zalando weiterhin mit einem Wert von 3,0 bis 4,5 Prozent, nach 3,6 Prozent im Vorjahr.



Coca-Cola: Ein Problem weniger
 
Coca-Cola reagierte zuletzt mit Einsparungen und einer veränderten Produktpalette auf das neue Gesundheitsbewusstsein der US-Amerikaner. In einer solchen Zeit des Umbruchs durfte sich der weltweit führende Brausehersteller wenigstens darüber freuen, dass der US-Dollar zuletzt etwas an Stärke gegenüber dem Euro eingebüßt hat und damit ein Belastungsfaktor weniger stark ins Gewicht gefallen sein dürfte. Trotzdem gehen Analysten laut Reuters auch für das erste Quartal 2016 im Schnitt von leichten Umsatz- und Gewinnrückgängen im Vorjahresvergleich aus.


Quelle: Reuters


Update Coca-Cola: Ein kleiner Erfolg bleibt

Zwar hat die US-Dollar-Stärke zuletzt etwas abgenommen. Trotzdem war es zu einem großen Teil die relativ starke US-Währung, die Coca-Cola im ersten Quartal 2016 einen Umsatzrückgang um 4 Prozent auf 10,28 Mrd. US-Dollar eingebrockt hatte. Dies war nun schon das vierte Quartal mit rückläufigen Erlösen in Folge für den weltweit führenden Brausehersteller. Der Nettogewinn fiel um 5 Prozent auf 1,48 Mrd. US-Dollar. Ein kleiner Erfolg wurde dann doch eingefahren. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im März-Quartal bei 45 Cents und damit über den Reuters-Konsensschätzungen von 44 Cents.

 

American Express gibt sich nicht geschlagen
 
Das Geschäftsjahr 2015 war beim US-Kreditkartenanbieter American Express unter anderem von dem Ende einiger wichtiger Kundenbeziehungen gekennzeichnet. Darunter litt auch der Aktienkurs. Jetzt versucht das Unternehmen mit aller Macht Anlegervertrauen zurückzugewinnen. Gute Quartalsergebnisse können bei diesem Vorhaben helfen. Für die Zeit zwischen Januar und März rechnet die Analystenzunft laut Reuters im Schnitt mit einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie von 1,48 US-Dollar im Vorjahr auf 1,34 US-Dollar. Die Umsätze sollen dagegen leicht um 1,6 Prozent auf 8,08 Mrd. US-Dollar zugelegt haben.



Quelle: Reuters


Update American Express: Überraschung!

Der US-Kreditkartenanbieter American Express konnte nach einer langen Durststrecke im ersten Quartal 2016 endlich wieder steigende Umsätze verbuchen. Die Erlöse kletterten um 1,7 Prozent auf 8,09 Mrd. US-Dollar und übertrafen damit die Reuters-Konsensschätzungen von 8,08 Mrd. US-Dollar leicht. Auch auf der Ergebnisseite schnitt American Express überraschend gut ab. Der Nettogewinn schrumpfte zwar um 6 Prozent auf 1,39 Mrd. US-Dollar bzw. 1,45 US-Dollar je Aktie, blieb damit aber immer noch relativ deutlich oberhalb der Markterwartungen von 1,34 US-Dollar.


 
Starbucks: Gute Laune hält an
 
Laut FactSet-Daten rechnen Marktexperten für die S&P 500-Unternehmen im Auftaktquartal 2016 im Schnitt mit einem deutlichen Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich. Die Stimmung wird unter anderem durch die Schwäche am Energiemarkt und die anhaltende Stärke des US-Dollar belastet. Von dieser negativen Stimmung will Starbucks nichts wissen. Dank der internationalen Expansion (insbesondre China) oder neuer Angebote befindet sich die US-Kaffeehauskette auf Wachstumskurs. Auch deshalb gehen Analysten für das zweite Geschäftsquartal 2015/16 (Januar bis März) von einem Anstieg des bereinigten EPS um 18 Prozent auf 39 Cents und einem Umsatzplus von 10,1 Prozent auf 5,03 Mrd. US-Dollar aus.
 


Quelle: Reuters


Visa: Mehr Umsatz und Gewinn erwartet
 
Mit Visa wird in dieser Woche neben American Express ein weiterer US-Kreditkartenanbieter seine neuesten Zahlen vorlegen. Analysten gehen laut Reuters-Konsens für die Zeit zwischen Januar und März sowohl von Umsatzsteigerungen als auch von einem Ergebnisplus im Vorjahresvergleich aus. Während das bereinigte EPS um 6,3 Prozent auf 67 Cents zulegen soll, wird der Umsatz bei 3,60 Mrd. US-Dollar gesehen (plus 5,6 Prozent).
 


Quelle: Reuters


General Electric (GE): Ganz genau hinschauen
 
Der US-Industriegigant und Siemens-Konkurrent General Electric (GE) ist immer noch mit seinem Konzernumbau beschäftigt. Gleichzeitig muss sich das Unternehmen jedoch auch um die weltweite Konjunktur sorgen. Zumal das Industriegeschäft traditionellerweise sehr stark konjunkturabhängig ist. Auch deshalb werden Investoren am Freitag ganz genau hinschauen, wenn GE seine neuesten Quartalszahlen vorlegt.


Quelle: Reuters


Update General Electric (GE): Verlust eingefahren

Der US-Industriegigant General Electric (GE) musste im Auftaktquartal 2016 einen Verlust in Höhe von 98 Mio. US-Dollar ausweisen. Bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte lag der Gewinn je Aktie jedoch bei 21 Cents und damit höher als es Marktexperten laut Bloomberg-Konsens dem Unternehmen zugetraut hatten. Die Umsatzerlöse kletterten um 6 Prozent auf 27,8 Mrd. US-Dollar. GE hatte zu Jahresbeginn unter anderem mit einer schwächelnden Nachfrage aus dem Öl- und Gassektor zu kämpfen.


 
Daimler will weitere Rekorde
 
Für das laufende Geschäftsjahr 2016 rechnet Daimler mit Steigerungen bei Absatz, Umsatz und dem EBIT. Obwohl die chinesischen Konjunktursorgen und der Abgas-Skandal bei Volkswagen auf die Stimmung in der Autobranche drücken. Schon im Vorjahr konnten die Schwaben überzeugende Geschäftsergebnisse abliefern und den Anteilseignern eine Rekorddividende zahlen. Angesichts der Verkaufserfolge im ersten Quartal scheint auch 2016 ein gutes Jahr zu werden. Zwischen Januar und März liefert die Pkw-Marke Mercedes-Benz 483.487 Fahrzeuge aus und damit 12,6 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Jetzt wollen Investoren auch sehen, wie sich diese Verkaufserfolge auf die Umsätze und Gewinne im Auftaktquartal ausgewirkt haben.



Quelle: Reuters

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