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Trading

Berichtssaison: Das große Finale nach den US-Zwischenwahlen

In den vergangenen Tagen beschäftigten sich Anleger an den weltweiten Aktienmärkten vor allem mit den US-Zwischenwahlen. Die Demokraten konnten die Mehrheit im Abgeordnetenhaus erringen, dafür bauten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat sogar aus. Für US-Präsident Donald Trump gestaltet sich die Umsetzung von Gesetzesvorhaben schwieriger, eine von manchen prognostizierte klare Absage an den Präsidenten erteilte das amerikanische Volk aber nicht. In diesem Umfeld ist es nicht immer einfach, sich auf Unternehmensnachrichten zu konzentrieren. Allerdings lohnt sich in der kommenden Woche der Blick auf einige interessante Quartalsberichte.

Es berichten unter anderem Infineon (Montag); Aareal Bank, Bayer (Dienstag); RWE, Salzgitter, Merck KGaA (Mittwoch); K+S und NVIDIA (Donnerstag).


Infineon setzt weiter auf die Autobranche

Infineon profitierte zuletzt immer wieder von guten Geschäften mit der Autobranche, auch wenn diese mit einigen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Am Montag werden Anleger erfahren, wie die Geschäfte des Halbleiterkonzerns im vierten Quartal und Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) gelaufen sind. Infineon hatte für das September-Quartal eine Umsatzsteigerung von 1 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorquartal mit einer Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent in der Mitte der Umsatzspanne prognostiziert. Für das Gesamtjahr wurde damit ein Umsatzplus von 6,4 bis 7,4 Prozent mit einer Segmentergebnis-Marge von 17,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Update Infineon: Das operative Geschäft läuft gut
Infineon musste im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende September) einen Rückgang des Nettogewinns im Vorjahresvergleich um 20 Prozent auf 141 Mio. Euro hinnehmen. Schuld waren Rückstellungen in Zusammenhang mit der Insolvenz von Qimonda. Das eigentliche operative Geschäft lief beim Halbleiterkonzern gut. Im Schlussquartal kletterten die Umsätze gegenüber dem Vorquartal um 5 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro, während die Segmentergebnis-Marge bei 19,5 Prozent lag. Auf Gesamtjahressicht kletterten die Umsätze sogar um 8 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro bei einer Segmentergebnis-Marge von 17,8 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 rechnet das Management dank einer guten Nachfrage aus der Automobilindustrie mit einem Umsatzplus von 9 bis 13 Prozent und einer Segmentergebnis-Marge von 18 Prozent.




Quelle: Reuters


Aareal Bank: Immobilienmarkt im Fokus

Die Commerzbank und die Deutsche Bank haben ihre Zahlen für das dritte Quartal 2018 bereits vorgelegt. Das heißt jedoch nicht, dass es im deutschen Bankensektor nun langweilig zugehen würde. Auch abseits der Commerzbank und der Deutschen Bank lohnt sich der Blick auf einige deutsche Institute. Darunter vor allem auf den Immobilienfinanzierer Aareal Bank. Dem Institut kam in den vergangenen Jahren die positive Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt zugute. Im ersten Halbjahr konnte die Bank nach eigenen Angaben „solide“ abschneiden und bestätigte daher bei Veröffentlichung der Halbjahreszahlen die Gesamtjahresprognose für das Ergebnis je Aktie mit 2,60 bis 3,00 Euro. Analysten erwarten derzeit laut FactSet-Konsens, dass das Gesamtjahres-EPS von 3,20 Euro auf 2,98 Euro sinkt.

Update Aareal Bank: Ergebnisprognose bestätigt
Im Zuge der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal 2018 konnte die Aareal Bank ihre Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2018 bestätigen. Demnach soll das Konzernbetriebsergebnis in einer Spanne von 312 bis 352 Mio. Euro liegen. Im dritten Quartal lag der entsprechende Wert bei 70 Mio. Euro, nach 62 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Neben einem verbesserten Neugeschäft, bei dem sogar das Ziel für das Gesamtjahr angehoben wurde, profitierte der Immobilienfinanzierer zuletzt auch von einem geringeren Verwaltungsaufwand.



Quelle: Reuters


Monsanto bereitet Bayer Kopfzerbrechen

Mit der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto hat sich Bayer enorme Rechtsunsicherheiten ins Haus geholt. Dabei geht es derzeit um die Bewertung des Mittels Glyphosat und seines möglichen Krebsrisikos. Die juristischen Auseinandersetzungen haben erst begonnen. Die finanziellen Risiken für Bayer sind dementsprechend im Moment kaum abzusehen. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass Bayer seine Ergebnisse für das September-Quartal am Dienstag vorlegen wird. Analysten gehen laut FactSet von einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie von 1,45 Euro im Vorjahr auf 1,13 Euro aus. Die Umsätze sollen auch übernahmebedingt um 23 Prozent auf 9,88 Mrd. Euro zugelegt haben.

Update Bayer: Einmaleffekte machen sich bemerkbar
Die jüngsten Bayer-Geschäftszahlen wurden von Sonderfaktoren beeinflusst. Neben der Monsanto-Übernahme machte sich auch der nun fehlende Ertrag aus der Entkonsolidierung von Covestro bemerkbar. Zwischen Juli und September lag der Nettogewinn damit bei 2,9 Mrd. Euro, 25,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings wurden die Markterwartungen geschlagen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft lag bei 1,19 Euro. Analysten gingen laut FactSet von einem Wert von 1,13 Euro aus. Der Konzernumsatz stieg dank der Monsanto-Übernahme um 23,4 Prozent auf 9,9 Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Plus bei 1,9 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen blieb mit 2,2 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Das Management bestätigte die Gesamtjahresprognose. 2018 soll der Umsatz bei mehr als 39 Mrd. Euro liegen. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt einer Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen prognostiziert Bayer einen Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich.



Quelle: Reuters


RWE und der Hambacher Forst

Der Hambacher Forst stand hierzulande wochenlang im Fokus des öffentlichen Interesses. RWE hatte vor, einen Teil des Waldes abzuholzen, um den Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Daraus wurde vorerst nichts. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster verhängte einen Rodungsstopp. Den wirtschaftlichen Schaden bezifferte das Unternehmen nach einer ersten Bewertung auf einen niedrigen dreistelligen Millionen Euro Betrag jährlich ab 2019. Am Mittwoch wird der Energiekonzern zudem seine Zahlen für das dritte Quartal 2018 präsentieren. Analysten gehen laut FactSet von einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,08 Euro aus, nachdem im Vorjahr ein Minus von 0,70 Euro zu Buche gestanden hatte. Die Umsatzerlöse sollen um etwa 2 Prozent auf 8,96 Mrd. Euro angestiegen sein.

Update RWE: Anleger freuen sich auf eine höhere Dividende
RWE hatte zuletzt mit Problemen im Bereich Braunkohle & Kernenergie zu kämpfen. Der Versorger wies eine geringere Stromproduktion auf, maßgeblich bedingt durch die Stilllegung des Kernkraftwerks Gundremmingen Block B Ende 2017. Konzernweit wurde von Januar bis September ein bereinigtes EBITDA von 1,3 Mrd. Euro erzielt. Im Vorjahr lag der entsprechende Wert bei 1,7 Mrd. Euro. Das bereinigte Nettoergebnis fiel von 930 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 645 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet RWE weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,4 und 1,7 Mrd. Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 500 und 800 Mio. Euro. Darüber hinaus dürfen sich Anteilseigner auf einen Anstieg der ordentlichen Dividende von 0,50 auf 0,70 Euro je Aktie freuen. Zudem schreitet die Aufteilung von innogy zwischen RWE und E.ON gut voran.




Quelle: Reuters


Salzgitter: Handelsstreitigkeiten sorgen für eine Stimmungseintrübung

Salzgitter hat sich zuletzt von der jahrelangen Schwäche am europäischen Stahlmarkt immer besser erholt gezeigt. Im ersten Halbjahr 2018 erzielte das MDAX-Unternehmen mit 198,6 Mio. Euro Gewinn vor Steuern das beste Resultat seit 2008 und damit nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings machen den Branchenvertretern aktuell die Handelsstreitigkeiten zu schaffen. Am Mittwoch werden Anleger erfahren, wie die Geschäfte im dritten Quartal gelaufen sind. Auf Analystenseite wird mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen gerechnet. Für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt der FactSet-Konsens bei 1,00 Euro, nach 0,90 Euro im Vorjahr. Die Umsatzerlöse sollen von 2,20 auf 2,21 Mrd. Euro angestiegen sein.

Update Salzgitter: Dynamische Ergebnisentwicklung trotz Gegenwind
Trotz neuer Herausforderungen wie der Handelsstreitigkeiten und US-Stahlzölle konnte der Salzgitter-Konzern seine dynamische Ergebnisentwicklung im Sommerquartal fortsetzen. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres kletterte das Vorsteuerergebnis von 174,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 284,6 Mio. Euro. Dabei profitierte das MDAX-Unternehmen von einer dynamischen Entwicklung im Bereich Flachstahl und einem Turnaround des Segments Grobblech / Profilstahl. Auch deshalb wurde die am 19. September angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt. Das Management rechnet mit einem geringfügig gesteigerten Umsatz oberhalb 9 Mrd. Euro und einem Vorsteuergewinn zwischen 300 und 350 Mio. Euro.




Quelle: Reuters


Merck KGaA will im Pharmabereich durchstarten

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck stellte Analysten und Investoren auf seinem Kapitalmarkttag Mitte Oktober seine Zukunftsstrategie vor. Neben vielen weiteren Wachstumsinitiativen soll vor allem die Pharma-Pipeline ihr volles Potenzial entfalten. Dem Management ging es bei der Prognose darum herauszustellen, dass der DAX-Konzern ab dem Jahr 2019 bei den wichtigsten Kennzahlen, wieder zu nachhaltigem Wachstum zurückzukehren möchte. Im dritten Quartal 2018 dürfte Merck laut Analystenschätzungen jedoch nicht gewachsen sein. Beim Gewinn je Aktie liegt der FactSet-Konsens bei 1,29 Euro, nach 1,51 Euro im Vorjahr. Zudem rechnen die Marktexperten im Schnitt mit einem Umsatzrückgang um etwa 3 Prozent auf 3,61 Mrd. Euro.

Update Merck KGaA: Währungseffekte belasten das Ergebnis
Während Merck KGaA im dritten Quartal 2018 auf ein starkes organisches Wachstum verweisen konnte, mussten die Darmstädter mit negativen Währungseffekten kämpfen. Die Umsatzerlöse kletterten im September-Quartal um 6,6 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Organisch ging es um 8,8 Prozent nach oben. Das bereinigte EBITDA fiel um 5,9 Prozent auf 963 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet das Management mit einem organischen Umsatzanstieg von 4 bis 6 Prozent, nachdem zuvor lediglich ein Plus von 3 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Bei den Ergebniszielen zeigte sich Merck dagegen etwas pessimistischer. Das bereinigte EBITDA soll aufgrund der negativen Währungseffekte um 8 bis 10 Prozent (bisher: -5 bis -7 Prozent) zurückgehen. Organisch soll der Rückgang bei -1 bis -3 Prozent liegen.




Quelle: Reuters


K+S und die Wetterkapriolen

Wie viele andere Unternehmen in Deutschland hatte auch der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S mit einem heißen und vor allem trockenen Sommer 2018 zu kämpfen. Dem Unternehmen machte insbesondere die zeitweise niedrige Wasserführung der Werra zu schaffen. Dadurch war die Einleitung von Salzabwässern nur sehr eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Welchen genauen Effekt dies auf die Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2018 (Juli bis September) hatte, erfahren Anleger am Donnerstag. Analysten gehen laut FactSet von einem Verlust je Aktie von 0,15 Euro aus, nachdem im Vorjahr mit 0,01 Euro ein minimales Plus gerettet werden konnte. Dagegen wird mit einem Umsatzplus von 12,5 Prozent auf 818 Mio. Euro gerechnet.

Update K+S: Extreme Trockenheit sorgt für Prognosesenkung
K+S litt in diesem Jahr unter der Trockenheit in Deutschland. Entsorgungseinschränkungen sowie gestiegene Frachtkosten sorgten im dritten Quartal 2018 für deutliche Ergebnisrückgänge im Vorjahresvergleich und eine gesenkte Prognose. Obwohl das MDAX-Unternehmen den Umsatz dank eines höheren Absatzes von Kaliumchlorid aus dem neuen Kaliwerk in Kanada sowie gestiegenen Marktpreisen für Kali- und Magnesiumprodukte um rund 16 Prozent auf 840,1 Mio. Euro steigerte, fiel das EBITDA um 53 Prozent auf 36,4 Mio. Euro. Das Management rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem EBITDA in Höhe von 570 bis 630 Mio. Euro, nachdem zuvor ein Wert von 660 bis 740 Mio. Euro in Aussicht gestellt worden war.

 

Quelle: Reuters


NVIDIA setzt auf Zukunftstrends

Der US-Spezialist für Grafikprozessoren NVIDIA profitiert gleich von mehreren Zukunftstrends. Besonders lukrativ waren dabei zuletzt die Entwicklungen im Bereich Gaming, Kryptowährungen, autonomes Fahren sowie Cloud Computing und Big Data. Allerdings scheint zuletzt vor allem der Krypto-Boom etwas abgeebbt zu sein. Inwieweit sich dies möglicherweise in den Zahlen für das dritte Quartal niedergeschlagen hat, erfahren wir am Donnerstagabend. Analysten gehen laut Reuters von einem deutlichen Anstieg des bereinigten EPS von 1,33 US-Dollar im Vorjahr auf 1,71 US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse sollen um 22,9 Prozent auf 3,24 Mrd. US-Dollar angestiegen sein.

Update NVIDIA: Krypto-Boom erlahmt
NVIDIA bekommt immer mehr eine abnehmende Dynamik auf dem Markt für Kryptowährungen zu spüren. Daher lieferte der Spezialist für Grafikchips einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Schlussquartal 2018. Der Konzern rechnet mit einem Umsatz von 2,7 Mrd. US-Dollar, plus/minus 2 Prozent. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt jedoch mit 3,4 Mrd. US-Dollar einen deutlich höheren Wert in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal lagen die Erlöse bei 3,18 Mrd. US-Dollar und damit um 20,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Das bereinigte EPS wurde mit 1,84 US-Dollar angegeben. Analysten gingen zuvor laut Reuters von einem deutlichen Anstieg des EPS auf 1,71 US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse sollten bei 3,24 Mrd. US-Dollar liegen. Damit wurden auch diese Markterwartungen auf der Umsatzseite enttäuscht



Quelle: Reuters



Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Landes, Talanx

Dienstag

Home Depot, Bilfinger, Evotec, Nordex, Större, United Internet

Mittwoch

Cisco Systems, BVB, Deutsche Wohnen, E.ON

Donnerstag

Walmart, Henkel

Freitag