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Autobranche: Die Zukunft gehört der vernetzten Mobilität

Die Automobilindustrie durchläuft gerade eine Schwächephase. Aber natürlich ist sie nicht tot - sie befindet sich nur im Wandel. Was dabei das Ergebnis dieses Wandels sein könnte, beleuchtet eine neue Studie von Citi GPS. Eines vorweg: Das Auto als ausschließlich privat genutzter Fahruntersatz verliert zunehmend an Bedeutung.

Die deutschen Autohersteller blicken auf turbulente Zeiten zurück. Vor allem der Abgasskandal wirkt nach. Hinzu kommen die Debatten über Fahrverbote und Tempolimits. Und als wäre das nicht schon genug, kam es im vergangenen Jahr auch noch zu größeren Produktionsausfällen. Das alles hat Spuren hinterlassen. So legten die weltweiten Auslieferungen beim Volkswagen-Konzern im vergangenen Jahr nur um magere 0,2 Prozent zu. Auch Daimler und BMW konnten mit einem Absatzwachstum von 0,6 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent bei weitem nicht mehr an die Erfolge der vorangegangenen Jahre anknüpfen. Immerhin: Vielen ausländischen Anbietern geht es nicht besser. Nach einer Prognose des internationalen Herstellerverbandes OICA ist die Zahl der weltweiten Pkw-Verkäufe im Jahr 2018 lediglich um ein Prozent gestiegen. In den Jahren davor belief sich die durchschnittliche Wachstumsrate noch auf fast 4 Prozent pro Jahr.


Quelle: Reuters



Die Autoindustrie steht vor einem epochalen Umbruch


Angesichts des schwächelnden Automarktes überrascht es nicht, dass die Aktien von Herstellern und Zulieferern stark unter Druck geraten sind. Mehr als 25 Prozent hat der Branchenindex STOXX Europe 600 Automobil & Parts Index in den vergangenen zwölf Monaten eingebüßt (Stand: 31. Januar 2019). Fast scheint es so, als würden die fetten Jahre in der Automobilbranche der Vergangenheit angehören. Vermutlich handelt es sich aber nur um eine vorübergehende Wachstumsschwäche. Denn der Sektor befindet sich in einem epochalen Umbruch, aus dem sich neues Potenzial ergeben dürfte. Elektrifizierung, Vernetzung und autonomes Fahren – all das wird den Umgang mit dem Auto radikal verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Citi Global Perspectives & Solutions (Citi GPS).

Die Citi-Experten gehen davon aus, dass sich der Automobilmarkt im Jahr 2030 in vier Kernbereiche gliedern wird.

  • Robo-Taxis. Sie werden vor allem in Städten und Vororten zum Einsatz kommen.
  • Abonnenten-Netzwerke. In diesen Netzwerken werden autonome Fahrzeuge gegen Bezahlung einer Gebühr mit anderen Nutzern geteilt.
  • Integrierte Netzwerke. Das dritte Segment ist eine Kombination von Robo-Taxis und Abonnenten-Netzwerken.
  • Traditioneller Besitz. Der vierte Bereich sind autonom fahrende Privatautos. Sie werden aber lediglich in bestimmten Nischen wie dem Pickup-Segment von Bedeutung bleiben.



Robo-Taxis gehört die Zukunft


Der rasante Wandel in der Automobilindustrie stellt für etablierte Hersteller und Zulieferer ein gewisses Risiko dar, birgt aber auch enorme Chancen. Dazu ein Beispiel: Traditionelle Autokonzerne könnten sich in Zukunft auf die Produktion von Robo-Taxis spezialisieren und mit einer eigenen Flotte als Fahrdienstleister auftreten. Dass das Sinn macht, zeigt eine Schätzung von Citi GPS. Demnach könnte der Markt für Robo-Taxis allein in den USA bis 2030 ein Volumen von 350 Milliarden US-Dollar erreichen. Dass diese Einschätzung nicht zu hoch gegriffen ist, zeigen folgende Zahlen:

In den USA kostet eine Fahrt mit einem herkömmlichen Taxi heute durchschnittlich 2,50 US-Dollar pro Meile. Die gleiche Strecke ließe sich mit einem Robo-Taxi für einen Bruchteil – rund 0,75 US-Dollar – zurücklegen. Selbst die Fahrt mit einem Privatwagen kommt den Besitzer mit 0,76 US-Dollar pro Meile etwas teurer zu stehen. Die Citi-Experten gehen davon aus, dass in den Ballungsgebieten der USA bis zum Jahr 2030 ein Markt für rund 5,5 Millionen Robo-Taxis entstehen wird.



Auf welche Unternehmen es zu achten gilt


Bleibt die Frage, welche Hersteller und Zulieferer vom Umbruch in der Autobranche profitieren können. Mit einer direkten Empfehlung halten sich die Citi-Analysten zwar zurück, jedoch lässt die Studie einige Präferenzen erkennen. Als Schlüsselspieler im Markt für Robo-Taxis wird die Alphabet-Tochter Waymo eingestuft. Auch den US-Hersteller GM sehen sie gut positioniert. Tesla empfinden sie dagegen als nicht optimal aufgestellt. Zum einen, weil sich deren Sensortechnik für den komplexen städtischen Verkehr als nicht robust genug erwiesen hätte. Zum anderen, weil Investitionen in Robo-Taxis nicht zur Kernstrategie des Unternehmens gehören würden. Und was ist mit den deutschen Autobauern? Sie könnten nach Ansicht der Citi-Experten im sich wandelnden Automarkt eine gute Rolle einnehmen.. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sie ihr technologisches Potenzial konsequent nutzen.



Viele weitere interessante Details und Zahlen über die Zukunft des Autos finden Sie in der Citi GPS Studie „CAR OF THE FUTURE V4.0“. Jetzt kostenfrei downloaden.

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