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News & Trading

Anleger fiebern den Quartalsberichten von Amazon, Facebook & Co entgegen

Nachdem mit SAP auch ein international bekannter DAX-Konzern den Zahlenreigen der aktuellen Berichtssaison eröffnet hat, geht es in der kommenden Woche mit Schwung weiter. Zudem kommen aus den USA zahlreiche Highlights, auf die Anleger seit langem warten.

Es berichten unter anderem die Google-Mutter Alphabet (Montag); AMD (Dienstag); Daimler, Facebook (Mittwoch); Deutsche Bank, Amazon (Donnerstag) sowie Linde, Chevron (Freitag).



Alphabet: Gelingt eine Gewinnüberraschung?


Die Google-Mutter Alphabet konnte im zweiten Quartal einmal mehr ihren zweiten Platz bei den wertvollsten Unternehmen der Welt verteidigen. Das Unternehmen sorgt mit immer neuen Produkten dafür, dass das dominierende Suchmaschinen- und Werbegeschäft zu weiteren Umsatzbringern führt. Zuletzt sorgten hier etwa die vernetzten Lautsprecher „Google Home“ oder Google Glass als Enterprise Edition für Schlagzeilen. In der Folge stieg die Aktie im Juni erstmals über 1.000 US-Dollar. Die nun anstehenden Quartalszahlen könnten dafür sorgen, dass diese Marke nachhaltig überwunden wird. Laut Reuters-Konsens wird ein Umsatzanstieg um 19 Prozent auf 25,6 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Gewinn je Aktie soll dagegen von 8,42 auf 8,23 US-Dollar zurückgehen.

Update Alphabet: Erwartungen übertroffen
Mit starken Zahlen konnte die Google-Mutter Alphabet von sich Reden machen. Während der Umsatz um 21 Prozent auf 26,01 Mrd. US-Dollar stieg, hatte der Reuters-Konsens zuletzt nur 25,65 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Der Gewinn je Aktie lag bei 8,90 US-Dollar. Bereinigt um die 2,7 Mrd. US-Dollar schwere EU-Kartellstrafe lag das EPS bei 5,01 US-Dollar. Die bereinigte EPS-Erwartung lag bei lediglich 4,49 US-Dollar. Zugleich warnte der Konzern vor steigenden Kosten in Zusammenhang mit der wachsenden Mobilnutzung.

Quelle: Reuters, Kurs in USD




AMD: Kryptowährungs-Boom als Erfolgsfaktor


Der Chip-Hersteller AMD war bei vielen Anlegern vom Radar verschwunden – bis klar wurde, dass AMD-Produkte auch beim Schürfen der Kryptowährungen eingesetzt werden. Ob der Boom von Bitcoin & Co. aber tatsächlich auch Spuren in der AMD-Bilanz hinterlässt, muss sich erst noch zeigen. Immerhin ist das Chip-Geschäft seit längerem ein krisenbehaftetes Business. Analysten erwarten laut Reuters-Konsens, dass der AMD-Umsatz im vergangenen Quartal um 12,5 Prozent auf 1,16 Mrd. US-Dollar angestiegen ist. Beim EPS stellt sich die Frage, ob endlich wieder der Break-even geschafft wird, nachdem AMD im Vorjahreszeitraum einen Verlust von 5 Cents je Aktie gemeldet hatte.

Update AMD: Überraschung gelungen
Eine Überraschung ist dem Chip-Hersteller AMD gelungen. Neben starken Quartalszahlen konnte der Intel-Konkurrent auch den Ausblick erhöhen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 1,22 Mrd. US-Dollar. Die FactSet-Konsensschätzungen hatten nur 1,16 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Beim Ergebnis konnte AMD mit einem Verlust von 16 Mio. US-Dollar bzw. 2 Cents je Aktie fast den Break-Even erreichen. Auf bereinigter Basis gelang dies mit einem EPS von 2 Cents, während die Analysten lediglich den Break-Even erwartet hatten. Der Umsatz soll laut AMD auf Jahressicht nun um mittlere bis hohe zweistellige Zehnerbereiche wachsen. Bislang war von einem niedrigen zweistelligen Umsatzwachstum die Rede gewesen.

Quelle: Reuters, Kurs in USD




Was macht Daimler aus dem Absatzrekord?


Bei Daimler dominierten in den letzten Tagen die Negativschlagzeilen rund um die Diesel-Affäre. Aber das Management will diese Probleme entschieden angehen und hat die massive Ausweitung der laufenden freiwilligen Servicemaßnahmen auf über drei Millionen Fahrzeuge in Europa angekündigt. Die finanziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen wurden noch nicht bekannt gegeben, dürften aber nicht unerheblich sein. Im abgelaufenen Quartal spielen sie aber so oder so keine Rolle. Dort dominierten noch die starken Verkaufszahlen. Immerhin war das erste Halbjahr 2017 für Mercedes-Benz das stärkste Halbjahr der Unternehmensgeschichte. Allein im Juni wurden 209.309 Pkw an Kunden ausgeliefert (+11,1 Prozent), während zwischen Januar und Juni 1.144.274 Fahrzeuge (+13,7 Prozent) ausgeliefert wurden. Inwiefern sich diese Absatzrekorde in den Quartalsergebnissen widerspiegeln, sehen Anleger am Mittwoch.

Update Daimler: Umsatzrekord und nichts Neues zum Kartellverdacht
Der Stuttgarter Autobauer Daimler konnte nach dem bisher höchsten Konzernabsatz auch den Konzernumsatz auf einen neuen Bestwert ausbauen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 7 Prozent auf 41,2 Mrd. Euro. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 5 Prozent. Das Betriebsergebnis EBIT stieg um 15 Prozent auf 3,75 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stagnierte bei 2,5 Mrd. Euro, während das EPS von 2,27 auf 2,28 Euro anstieg. Konzernchef Dieter Zetsche verwies in Bezug auf die aktuelle Debatte um den Kartellverdacht gegen mehrere Automobilhersteller auf die Europäische Kommission, die derzeit die Informationen, die ihr zu diesem Sachverhalt vorliegen, prüft. In Bezug auf die Dieselthematik verwies Zetsche auf eine interne Untersuchung und die Kooperation mit den Behörden. Allerdings erklärte er auch: „Was die Zukunft des Diesels betrifft, setzen wir vor allem auf die Innovationskraft unserer Ingenieurinnen und Ingenieure.“

Quelle: Reuters




Facebook und die zwei Milliarden Nutzer


Das Social-Network Facebook ist seit geraumer Zeit der größte Google-Konkurrent, wenn es um den Online-Werbemarkt geht. Umso wichtiger, dass Facebook die Zahl seiner Nutzer kontinuierlich ausweitet. Ende Juni konnte das Unternehmen hier einen wichtigen Meilenstein erreichen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg verkündigte stolz, dass man die Schwelle von zwei Milliarden Nutzern überschritten hat. Noch Ende März hatte Facebook nur 1,94 Milliarden Nutzer gemeldet. Der Anstieg sollte also auch bei den Umsatz- und Gewinnzahlen zu sehen sein. Analysten erwarten laut Reuters-Konsens einen Umsatzsprung von 43 Prozent auf 9,2 Mrd. US-Dollar. Das EPS wiederum soll von 97 Cents auf 1,12 US-Dollar ansteigen.

Update Facebook: Erwartungen klar geschlagen
Dank des starken Nutzerwachstums konnte Facebook im zweiten Quartal sowohl bei Umsatz als auch Gewinn starke Zuwächse vermelden. Wie bereits bekannt gegeben wurde, überstieg die Zahl der Gesamtnutzer erstmals die Marke von 2 Milliarden. Facebook meldete zum Ende des Quartals insgesamt 2,01 Milliarden Nutzer und 1,32 Milliarden DAU-Nutzer, also Nutzer die täglich aktiv sind. Der Umsatz stieg auf 9,3 Mrd. US-Dollar und übertraf damit die FactSet-Konsensschätzung von zuletzt 9,2 Mrd. US-Dollar klar. Der Gewinn belief sich auf 3,89 Mrd. US-Dollar bzw. 1,32 US-Dollar je Aktie. Die Konsens-Erwartungen von 1,12 US-Dollar wurden somit ebenfalls klar übertroffen.

Quelle: Reuters, Kurs in USD

 


Wie geht die Deutsche Bank mit dem Kapitalmarktumfeld um?


Die amerikanischen Großbanken haben es gezeigt: Im aktuellen Kapitalmarktumfeld ist es schwer an die Erfolge der letzten Quartale anzuknüpfen. Mit Spannung richtet sich daher der Blick auf den heimischen Branchenprimus Deutsche Bank. Am Donnerstag herrscht Klarheit inwiefern sich die Mischung aus schwierigem Branchenumfeld und hausgemachten Problemen tatsächlich auf die Ertragslage auswirkt. Der stellvertretende Deutsche-Bank-Chef Marcus Schenck hatte bereits vergangene Woche die Erwartungen gedämpft. In München erklärte er: „Das war kein Quartal, in dem es gebrummt hat.“ Überschwänglicher Optimismus klingt anders.

Update Deutsche Bank: Kostensenkungen wirken
Die Deutsche Bank konnte im zweiten Quartal dank erfolgreicher Kostensenkungen und trotz rückläufiger Erträge einen Gewinnzuwachs vermelden. Zwar gewann das größte Bankhaus in Deutschland weiterhin neue Kundengelder, aber gleichzeitig hielten sich Kunden an den Finanzmärkten zurück. Während die Erträge um 10 Prozent auf 6,6 Mrd. Euro sanken, konnte der Gewinn vor Steuern von 408 Mio. Euro auf 822 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Konzernchef John Cryan äußerte sich dennoch nicht zufrieden: „Trotz der deutlichen Verbesserung bleibt dieser Gewinn hinter unserem langfristigen Anspruch zurück. Bei den Erträgen sind wir noch nicht überall dort, wo wir sein wollen.“

Quelle: Reuters




Amazon.com: Ein Quartal ohne Prime Day-Rekord


Amazon.com hat spannende Monate hinter sich. Zunächst feierte der Online-Handelsriese sein 20-jähriges Börsenjubiläum. Die Aktie war am 15. Mai 1997 an der New Yorker NASDAQ gestartet. Wenig später folgte der nächste Rekord: Ende Mai 2017 kletterte der Aktienkurs erstmalig über die Schwelle von 1.000 US-Dollar. Das Rennen mit Alphabet um diese Marke ging dabei zugunsten von Amazon aus. Kurz nach Ende des Quartals stand dann der Prime Day an, der neue Verkaufsrekorde brachte. Diese Zahlen werden aber erst im nächsten Quartalsbericht berücksichtigt. Dennoch erwarten Analysten laut Reuters einen Anstieg des Umsatzes um 22 Prozent auf 37,2 Mrd. US-Dollar. Das EPS soll indes von 1,78 auf 1,42 US-Dollar zurückgehen.

Update Amazon.com: Gewinneinbruch überrascht!
Der Online-Händler Amazon.com hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss überraschende Nachrichten parat: Der Gewinn sank im letzten Quartal um 77 Prozent – trotz eines beeindruckenden Umsatzanstiegs. Konkret wies das Unternehmen bei Erlösen von 38 Mrd. US-Dollar einen Gewinn von 197 Mio. US-Dollar bzw. 40 Cents Aktie aus. Analysten hatten laut Reuters-Konsens zuvor Umsätze von 37,2 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn von 1,42 US-Dollar je Aktie erwartet. Als Grund für die enttäuschende Ergebnisentwicklung gab Amazon.com die hohen Kosten für den Aufbau einer eigenen Lieferinfrastruktur und die Kosten für Video-Inhalte an.

Quelle: Reuters, Kurs in USD

 


Linde: Das Geschäft läuft trotz Praxair-Fusion weiter


Beim Industriegase-Hersteller Linde steht seit geraumer Zeit die Fusion mit dem US-Wettbewerber Praxair im Blickpunkt des Geschehens. Davon abgesehen muss aber auch das Tagesgeschäft laufen. Im ersten Quartal war dies erfolgreich der Fall. Der Konzernumsatz aus fortgeführten Aktivitäten war um 6,6 Prozent auf 4,39 Mrd. Euro gestiegen, während das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten um 5,7 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro ausgeweitet werden konnte. Am Freitag herrscht dann auch Klarheit, ob der Ausblick für das Gesamtjahr (währungsbereinigter Umsatzanstieg von 3 Prozent, Anstieg währungsbereinigtes operatives Ergebnis bis zu +7 Prozent) bestätigt wird. Zudem werden natürlich auch weitere Informationen in Bezug auf die Praxair-Fusion erwartet.

Update Linde: Prognose bestätigt
Im ersten Halbjahr 2017 konnte der Industriegase-Hersteller Linde den Konzernumsatz aus fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf
8,65 Mrd. Euro steigern. Dabei half vor allem ein höherer Umsatz der Engineering Division. Das operative Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten konnte um 4,3 Prozent auf 2,12 Mrd. Euro erhöht werden. Ungeachtet der positiven Entwicklung arbeitet Linde mit den Programmen „Focus“ und „LIFT“ weiter an seiner Effizienz. Vor diesem Hintergrund rechnet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von 3 Prozent. Das währungsbereinigte operative Ergebnis soll 2017 auf dem Niveau des Vorjahres liegen und könnte um bis zu 7 Prozent steigen.

Quelle: Reuters




Chevron: Niedriger Ölpreis ist kein Problem


Chevron und viele der anderen großen Ölkonzerne leiden aus Sicht der Anleger unter der Schwäche des Ölpreises. Zumindest zählten viele Ölaktien zu den Verlierern der letzten Monate. Trotz zahlreicher Versuche gelang es dem Ölkartell OPEC bisher nicht den Ölpreis zu erhöhen. Dennoch ist Chevron, v.a. in den USA, sehr gut aufgestellt. Daher wird erwartet, dass sich das Unternehmen in den letzten Monaten wacker geschlagen hat. Analysten rechnen laut Reuters-Konsens mit einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal in Höhe von 14 Prozent auf 33,3 Mrd. US-Dollar. Das EPS soll sogar von 35 Cents auf 89 Cents nach oben schießen.

Update Chevron: Geringere Kosten helfen
Der Ölkonzern Chevron konnte im zweiten Quartal dank gesunkener Kosten mit starken Zahlen überzeugen. Während der Umsatz auf 34,5 Mrd. US-Dollar anstieg, kletterte das Ergebnis auf 1,45 Mrd. US-Dollar bzw. 77 Cents je Aktie. Im Vorjahr hatte Chevron noch einen Umsatz von 29,3 Mrd. US-Dollar sowie einen Verlust von 1,47 Mrd. US-Dollar bzw. 78 Cents je Aktie ausgewiesen. Vor allem die gestiegene Produktion und die Entwicklung beim Ölpreis halfen Chevron. Der Konzern konnte die Produktion im zweiten Quartal um 10 auf 2,89 Millionen Barrel Öl pro Tag (BOE/D) erhöhen.

Quelle: Reuters, Kurs in USD

 
Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Halliburton, Julius Baer, Koninklijke Philips, Television Francaise 1, Unibail-Rodamco

Dienstag

Caterpillar, General Motors, McDonald's, 3M, Newmont Mining, Amgen, Express Scripts, iRobot, Juniper Networks, AT&T, Akzo Nobel, Dassault Systemes, Groupe Eurotunnel, Michelin, Outokumpu OYJ, Randstad, Covestro, AIXTRON, HOCHTIEF

Mittwoch

Nintendo, Boeing, General Dynamics, Coca-Cola, NextEra, Barrick Gold, Goldcorp, Gilead, O'Reilly Automotive, PayPal, Whole Food Market, TechnipFMC, Thales, Ingenico, IPSOS, Koninklijke KPN, LVMH, Orange, STMicroelectronics, Peugeot, Vallourec, Deutsche Boerse, GEA Group, Kloeckner & Co, KION Group, Telefonica Deutschland

Donnerstag

Banco Bradesco, Celgene, Conoco Phillips, Altria, Proctor & Gamble, Twitter, Vale, Verizon, Baidu, Electronic Arts, Expedia, Intel, Starbucks, Western Digital, Aalberts Industries, Anheuser-Busch, Accor, Airbus, Altice, Danone, Capgemini, Clariant, Casino Guichard Perrachon, TOTAL, Galapagos, Kering, Nestle, Nexans, Nokia, L'Oreal, Royal Dutch Shell, RELX, Repsol, Roche, Suez, Cie de Saint-Gobain, Schneider Electric, Telefonica, BASF, Bayer, Dialog Semiconductor, MTU Aero Engines, OSRAM, QIAGEN, Volkswagen

 

Freitag

American Airlines, Merck & Co, Exxon Mobil, Air France-KLM, Air Liquide, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, BNP Paribas, CGG, Credit Suisse, Vinci, Essilor International, Engie, ArcelorMittal, Renault, Safran, Banco Santander, UBS Group, Wolters Kluwer, MAN, Wacker Chemie

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