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Trading

Aktienmärkte im Rallyemodus: Sorgen die Quartalsberichte für den nächsten Schub?

Die Hoffnung auf eine Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit sorgte zuletzt für eine positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Zudem hoffen Investoren nach der Bekanntgabe der jüngsten chinesischen BIP-Daten, dass die weltweite Konjunkturabkühlung nicht so stark wie befürchtet ausfallen könnte und sich die negativen Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne in Grenzen halten sollten. Auch die jüngsten Quartalsberichte verliehen den Börsen Schub. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend fortsetzt.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Twitter, Snap (Dienstag); Boeing, Facebook, PayPal (Mittwoch); Amazon (Donnerstag) und ExxonMobil (Freitag).


Twitter im Umbruch


Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte zuletzt mit der Aussicht auf deutliche Kostensteigerungen bei Anlegern nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Zudem möchte das Unternehmen die Zahl der monatlich aktiven Nutzer nicht mehr ausweisen. Stattdessen soll sich der Blick auf die Kennzahl der monetarisierbaren täglichen Nutzer des Kurznachrichtendienstes richten. Ohnehin konnte Twitter zuletzt im Gegensatz zu Facebook und anderen Social-Media-Anbietern immer seltener mit der Zahl der monatlich aktiven Nutzer überzeugen. Am kommenden Dienstag steht die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2019 auf dem Programm. Analysten gehen laut Refinitiv im Schnitt von Umsatzerlösen von 775,23 Mio. US-Dollar aus, was einem Anstieg von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Aus Analystensicht soll der bereinigte Gewinn je Aktie von 16 auf 15 Cents leicht zurückgegangen sein.

Update Twitter: Überzeugende Vorstellung
Twitter lieferte einen überzeugenden Bericht für das erste Quartal 2019 ab. Der Kurznachrichtendienst steigerte seine Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 18 Prozent auf 787 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 37 Cents. Damit wurden die Markterwartungen insbesondere auf der Ergebnisseite deutlich übertroffen, obwohl das Unternehmen weitere zum Teil teure Maßnahmen zur Verhinderung des Twitter-Missbrauchs ergreifen musste. Analysten gingen laut Refinitiv im Schnitt von Umsatzerlösen von 776,1 Mio. US-Dollar aus, während das bereinigte EPS bei 15 Cents gesehen wurde.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Snap muss weitere Überzeugungsarbeit leisten


Vor rund zwei Jahren ging es für Snap Inc., den Betreiber der Instant-Messaging-App Snapchat, an die Börse. Nach einem schwierigen Start hat sich die Snap-Aktie zuletzt ein wenig fangen können. Erfreuliche Quartalszahlen könnten für weiteren Auftrieb sorgen. Am Dienstagabend erfahren Anleger, ob Snap diese liefern konnte. Analysten gehen laut Refinitiv für das März-Quartal zwar von einem deutlichen Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 32,9 Prozent auf 306,48 Mio. US-Dollar aus, der bereinigte Gewinn je Aktie soll jedoch bei -12 Cents liegen. Immerhin wäre dies eine Verbesserung zum Vorjahreswert von -17 Cents.

Update Snap: Snapchat verbucht Wachstum bei den Nutzerzahlen
Snap Inc. konnte überzeugende Ergebnisse für das erste Quartal 2019 vorlegen. Der Betreiber der Instant-Messaging-App Snapchat profitierte zu Beginn des Jahres von einer überarbeiteten Version von Snapchat für Android und konnte somit wieder steigende Nutzerzahlen verbuchen. Die Umsatzerlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 39 Prozent auf 320 Mio. US-Dollar. Der Nettoverlust wurde im Vorjahresvergleich um 75 Mio. US-Dollar auf 310 Mio. US-Dollar verringert, während das bereinigte EPS mit -0,10 US-Dollar ins Ziel kam. Analysten hatten zuletzt einen bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von -0,12 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 306,6 Mio. US-Dollar erwartet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Boeing: Was wird aus dem 737 MAX?


Die zivile Luftfahrt erlebt seit Jahren einen regelrechten Boom. Dieser könnte zur Freude von Boeing noch eine Weile anhalten. Allerdings dreht sich beim US-Flugzeugbauer derzeit alles um das nach zwei Abstürzen weltweit ausgesprochene Flugverbot für den Flugzeugtyp 737 MAX. Am Mittwoch wird Boeing seine jüngsten Quartalsergebnisse vorlegen. Anleger dürften sich auch Aussagen des Managements dazu erhoffen, wie es in Sachen 737 MAX weitergeht. Die Zahlen selbst dürften laut Analysteneinschätzung nicht gerade spektakulär ausfallen. Auf der Umsatzseite liegt der Refinitiv-Konsens für das März-Quartal bei 23,51 Mrd. US-Dollar. Dies würde einem kleinen Plus von 0,6 Prozent im Vorjahresvergleich entsprechen. Das bereinigte EPS soll sogar um 31 Cents auf 3,33 US-Dollar zurückgegangen sein.

Update Boeing: Unsicherer Blick in die Zukunft
Boeing musste für das erst Quartal 2019 einen Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 2,15 Mrd. US-Dollar ausweisen. Zudem wurde die Jahresprognose zurückgenommen. Eine neue soll es erst geben, wenn die finanziellen Auswirkungen des jüngsten Flugverbots für die Maschinen des Typs 737 MAX bekannt sind. Zwischen Januar und März 2019 lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 22,92 Mrd. US-Dollar, nach 23,38 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel um 13 Prozent auf 3,16 US-Dollar. Auf der Umsatzseite lag der Refinitiv-Konsens zuvor bei 23,51 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS einen Wert von 3,33 US-Dollar erreichen sollte.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Facebook und der Datenschutz:

Nach verschiedenen Skandalen rund um Nutzerdaten muss sich Facebook immer häufiger mit Regulierungsbehörden und dem Thema Datenschutz beschäftigen. Am Mittwochabend wird beim führenden Sozialen Netzwerk jedoch der Blick auf die neuesten Geschäftszahlen gerichtet sein. Analysten rechnen für die Zeit zwischen Januar und März 2019 laut Refinitiv im Schnitt mit einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 25,1 Prozent auf 14,97 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll laut Analysteneinschätzung von 1,69 US-Dollar im Vorjahr auf 1,63 US-Dollar zurückgegangen sein. Ein Grund dafür dürften höhere Kosten gewesen sein, die Facebook zum Beispiel zur verbesserten Datensicherung und Bekämpfung von Fake News auf seiner Plattform aufwenden muss.

Update Facebook: Hohe Rückstellungen
Trotz milliardenschwerer Rückstellungen für mögliche Strafen in Zusammenhang mit Datenschutz-Ermittlungen konnte Facebook für das erste Quartal 2019 überzeugende Ergebnisse präsentieren. Der Nettogewinn schrumpfte im Vorjahresvergleich zwar um 51 Prozent auf 2,43 Mrd. US-Dollar. Im gleichen Zeitraum schossen jedoch die Umsatzerlöse des führenden Sozialen Netzwerks um 26 Prozent auf 15,08 Mrd. US-Dollar. Zudem wurden die Markterwartungen übertroffen. Bereinigt um Einmaleffekte erreichte Facebook einen Gewinn je Aktie von 1,89 US-Dollar. Analysten hatten kurz vor Bekanntgabe der Zahlen laut Refinitiv im Schnitt lediglich mit einem Wert von 1,69 US-Dollar gerechnet. Die Umsatzerlöse wurden auf Analystenseite bei 15,0 Mrd. US-Dollar gesehen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


PayPal: Das digitale Bezahlen sorgt für Wachstumsaussichten

Im Schlussquartal 2018 freute sich PayPal über eine Rekordzahl von 13,8 Millionen neuen Nutzerprofilen. Dabei profitierte der Bezahldienst unter anderem von Übernahmen. Auch 2019 soll laut Unternehmenseinschätzung ein gutes Jahr werden. Unter anderem, weil digitale Bezahlformen auf dem Vormarsch sind. Entsprechend gespannt dürften Anleger sein, wie der Start in das neue Geschäftsjahr ausgefallen ist. Am Mittwochabend werden die Zahlen für das Auftaktquartal 2019 veröffentlicht. Analysten rechnen laut Refinitiv mit einem Umsatzplus von 12,0 Prozent auf 4,13 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS von 57 Cents auf 68 Cents angestiegen sein soll.

Update PayPal: Mehr aktive Nutzer
PayPal freute sich im ersten Quartal 2019 über deutlich mehr Nutzer des Bezahldienstes. Die ehemalige eBay-Tochter meldete netto 9,3 Millionen neue Nutzerprofile. Die Gesamtzahl aktiver Nutzerprofile stieg damit Ende März 2019 laut Unternehmensangaben auf 277 Millionen. Zwischen Januar und März wurden die konzernweiten Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 12 Prozent auf 4,13 Mrd. US-Dollar gesteigert, während der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,78 US-Dollar lag. Damit konnten die Erwartungen des Marktes auf der Umsatzseite erfüllt und auf der Ergebnisseite übertroffen werden. Analysten rechneten laut Refinitiv mit einem Umsatzplus auf 4,13 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS bei 68 Cents gesehen wurde.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Amazon: Konzentration auf das Wesentliche

Amazon bekommt es im Online-Handel immer mehr mit einer zunehmenden Konkurrenz zu tun. Dafür sorgt vor allem der Einzelhandelsriese Walmart. Allerdings drehte sich zuletzt bei Amazon nicht immer alles nur um das reine operative Geschäft. Die Öffentlichkeit beschäftigte sich zum Beispiel mit der Suche des Konzerns nach einer neuen Firmenzentrale in den USA. Außerdem war die Scheidung von Konzernchef und Gründer, Jeff Bezos, dem reichsten Menschen auf der Welt, in den Schlagzeilen. Am Donnerstagabend sollten jedoch die jüngsten Geschäftszahlen im Fokus stehen. Analysten rechnen laut Refinitiv für die Zeit zwischen Januar und März 2019 mit Umsatzerlösen in Höhe von 59,65 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Das bereinigte EPS soll von 3,27 US-Dollar im Vorjahr auf nun 4,72 US-Dollar deutlich angestiegen sein.

Update Amazon: E-Commerce-Riese macht jetzt so richtig ernst
Amazon verbuchte im ersten Quartal 2019 einen Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 59,70 Mrd. US-Dollar. Währungsbereinigt lag das Umsatzplus sogar bei 19 Prozent. Der Nettogewinn wurde auf 3,6 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppelt. Für diese positive Entwicklung hatte einmal mehr neben dem Internet-Handelsplatz das Wachstum der Cloud-Sparte AWS gesorgt. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde von Unternehmensseite mit 7,09 US-Dollar angegeben. Analysten rechneten laut Refinitiv für die Zeit zwischen Januar und März mit Umsatzerlösen in Höhe von 59,65 Mrd. US-Dollar, bei einem EPS von 4,72 US-Dollar. Zudem sorgte das Unternehmen mit der Ankündigung, Waren zu Prime-Kunden in Zukunft standardmäßig innerhalb von 24 zu liefern, für Furore.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Exxon Mobil blickt auf die Ölpreise


Die Ölpreise erlebten zuletzt einen deutlichen Anstieg. Darüber dürften sich Ölkonzerne wie der US-Branchenriese Exxon Mobil gefreut haben. Wie sehr die gestiegenen Rohstoffnotierungen dem Unternehmen zu Jahresbeginn geholfen haben, erfahren Anleger am Freitag. Allerdings dürfte der Schub aus Analystensicht nicht allzu groß gewesen sein. Laut Refinitiv-Konsens sollen die Exxon-Umsatzerlöse im März-Quartal im Vorjahresvergleich um 5,8 Prozent auf 64,29 Mrd. US-Dollar zurückgegangen sein. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird mit einem Wert von 0,74 US-Dollar gerechnet, nach 1,09 US-Dollar im Vorjahr.

Update Exxon Mobil: Öl-Gigant mit deutlichem Gewinneinbruch
Exxon Mobil erlebte im ersten Quartal 2019 einen deutlichen Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich. Unter dem Strich bleiben 2,35 Mrd. US-Dollar übrig, 49 Prozent weniger als im Auftaktquartal des Vorjahres. Bereinigt um Einmaleffekte wurde ein Gewinn je Aktie von 55 Cents ausgewiesen. Damit wurden die Markterwartungen deutlich verfehlt. Analysten hatten laut Refinitiv mit einem Wert von 70 Cents gerechnet. Auch auf der Umsatzseite blieb der Öl-Gigant unter den Erwartungen. Während Marktexperten im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 64,82 Mrd. US-Dollar gerechnet hatten, erreichte Exxon Mobil lediglich einen Wert von 63,63 Mrd. US-Dollar. Besonders schwach entwickelten sich zuletzt die Chemieindustrie- und Raffinerieaktivitäten.



Quelle: Reuters, Kurs in USD



Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

 

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