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Activision Blizzard: Der Herr der Spiele

Mit Action-Spielen wie „Call of Duty“ eroberte der kalifornische Anbieter von Computer-Games die Börse im Sturm. Der Aktie wird noch einiges zugetraut, als Haken könnte sich jedoch die hohe Bewertung erweisen.

Der Markt für Computer- und Videospiele boomt. Allein in Deutschland legte der Umsatz mit Games für PCs, Spielekonsolen, Smartphones und Tablets im ersten Halbjahr 2017 um elf Prozent auf rund 1,08 Milliarden Euro zu.1 Aber nicht nur in Deutschland befinden sich die Menschen im Spielfieber. Auf 2,2 Milliarden Gamer schätzt die Marktforschungsgesellschaft Newzoo die weltweite Community. Diese dürften der Computerspiele-Industrie in diesem Jahr Einnahmen von knapp 109 Milliarden US-Dollar bescheren. Mit einem Umsatzvolumen von 27,5 Milliarden US-Dollar ist China dabei der größte Markt, gefolgt von den USA (25,1 Mrd. USD) und Japan (12,5 Mrd. USD). Nach einer Prognose von Newzoo wird die Branche weiter wachsen, um durchschnittlich 6,2 Prozent pro Jahr bis 2020.2



Eine Ikone der Gaming-Szene

Bei Activision Blizzard wird man solche Zahlen gerne hören. Das im kalifornischen Santa Monica ansässige Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Entwicklern, Anbietern und Betreibern von digitalen Spielen. Die Liste von Klassikern, die die Gesellschaft im Sortiment hat, ist bemerkenswert. Sie beinhaltet weltweite Blockbuster wie „Call of Duty“, „Skylanders“, „World of Warcraft“ und „Destiny“ – um nur einige zu nennen. Der Ego-Shooter „Call of Duty“ war im vergangenen Jahr einmal mehr das meistverkaufte Konsolenspiel der Welt. Wie die Firma stolz betont, loggen sich weltweit durchschnittlich 450 Millionen Nutzer pro Monat in die Spielewelt der Gesellschaft ein. Und dort verbringen sie jede Menge Zeit: 43 Milliarden Stunden allein im vergangenen Jahr. Behauptet zumindest Activision Blizzard3. Das würde einer kumulierten Spielzeit von fast fünf Millionen Jahren entsprechen.



Quelle: Bloomberg, Kurs in USD


 


Gut, aber teuer

Angesichts der großen Erfolge, die Activision Blizzard in der Welt der Computerspiele feiert, ist es nicht überraschend, dass die Gesellschaft mit einer Marktkapitalisierung von knapp 50 Milliarden US-Dollar inzwischen auch an der Börse zu den Schwergewichten zählt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs der Aktie mehr als verfünffacht. Zum Vergleich: Der US-Leitindex S&P 500®, dem das Unternehmen angehört, brachte es im gleichen Zeitraum nicht mal auf eine Verdoppelung. Die Kehrseite: Aufgrund der steilen Performance ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 43 alles andere als ein Schnäppchen. Die ambitionierte Bewertung ist Ausdruck einer extrem hohen Erwartungshaltung seitens der Anleger. Und so kann das passieren, was sich unlängst nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal ereignete.



Quelle: Bloomberg, Kurs S&P 500 in Pkt., Kurs Activision Blizzard in USD

 


Tolle Zahlen, aber…

Am 3. August 2017 legte Activision Blizzard den Quartalsreport vor. Und er war gespickt mit positiven Nachrichten: Die Umsatzerlöse erhöhten sich um vier Prozent auf 1,61 Milliarden US-Dollar. Sie lagen damit deutlich über der eigenen Zielvorgabe von 1,43 Milliarden US-Dollar. Auch das Ergebnis je Aktie übertraf die eigenen Prognosen signifikant.
Infolge der guten Geschäftsentwicklung hat CEO Bobby Kotick sowohl den Ausblick für das laufende Quartal (Q3) als auch die Ziele für das Gesamtjahr angehoben. Demnach wird ein Jahresumsatz von 6,58 Milliarden US-Dollar angestrebt. Die ursprüngliche Prognose lag bei 6,33 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten lediglich mit einer Verbesserung auf 6,54 Milliarden US-Dollar gerechnet. Die Vorgabe für das Ergebnis je Aktie wurde von 1,88 auf 2,00 US-Dollar angehoben. Eigentlich sollten solche Nachrichten an der Börse gut ankommen. Doch es kam anders. Was war passiert?  Bei der Prognose für das Ergebnis je Aktie blieb das Unternehmen knapp hinter der Analystenschätzung von 2,02 US-Dollar zurück.4 Dieser kleine Makel reichte anscheinend aus, um die Aktie zwischenzeitlich unter Druck zu bringen.
 


Experten heben den Daumen

Wie geht es mit dem Titel weiter? Trotz der hohen Bewertung gilt die Aktie unter Analysten im Schnitt weiterhin als klarer „Outperformer“.5 Die Experten verweisen dabei auf die steigende Popularität des im Mai  vergangenen Jahres gestarteten Online-Multiplayer-Ego-Shooters „Overwatch“. Die durchschnittliche Zahl der Spieler sei seither von Quartal zu Quartal gestiegen. Außerdem launcht die Gesellschaft am 6. September das mit Spannung erwartete Science-Fiction- und Fantasie-Spektakel „Destiny II“. Die Vorbestellungen seien bereits jetzt höher als bei der Vorgängerversion, heißt es seitens des Unternehmens. In Analystenkreisen wird daher damit gerechnet, dass Activision Blizzard seine eigenen Prognosen erneut übertreffen wird.


Quellen:
1) Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), Pressemitteilung vom 16. August 2017
2) Newzoo, Pressemitteilung vom 20. April 2017
3) Activision Blizzard, Annual Report 2016, Seite 16
4) Reuters, „Activision Blizzard's FY forecasts get a lift from 'Overwatch'“, 3. August 2017
5) Reuters, Consensus Recommendations, 17. August 2017

 

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