20150116_Kolumne_Ausblick_Header

Highlight

2019 – Neustart an der Börse?

Der DAX® hat wie viele andere große Aktienmärkte 2018 Verluste eingefahren. Warum das Jahr ein Reinfall war und 2019 besser werden kann.

Das neue Jahr hat so begonnen wie das alte: mit einem heftigen Auf-und-Ab an den Aktienmärkten. Das gesamte Jahr 2018 war immer wieder von solch nervösen Phasen geprägt, insbesondere zu Beginn und zum Ausklang des Jahres. Anleger fürchten, dass der jahrelange Bullenmarkt an den Aktienmärkten zu Ende geht. Ein Spiegelbild dieser Unsicherheit zeigt sich auch im sogenannten Angstbarometer VDAX-New, der kräftig angesprungen ist und meist deutlich höher notierte als 2017. Doch nicht nur die Kursrückgänge im DAX® von rund 20 Prozent im vergangenen Jahr sorgen für „Angst“ unter den Börsianern, auch die Kursrückgänge an anderen bedeutenden Märkten wie etwa der chinesische Aktienmarkt, der fast 30 Prozent verloren hat. Selbst der lange Zeit im Plus notierende, marktbreite US-Index S&P 500® schloss das Jahr mit minus 6,2 Prozent ab. Die Sorge vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung lässt die Aktien erzittern. So verlor der Nikkei 225® 2018 rund 12 Prozent und der breite europäische Index Stoxx 600® etwa 13 Prozent – die größten Jahreseinbrüche seit 2008.


Quelle: Reuters



Handelsstreit und Geldpolitik belasten nach wie vor

Der immer noch nicht beigelegte Handelsstreit zwischen China und den USA ist einer der Gründe für diese schwache Kursentwicklung, aber auch eine restriktive Geldpolitik von Seiten der US-Notenbank Fed, die auch für das kommende Jahr zwei weitere Leitzinserhöhungen angekündigt hat. Steigende Zinsen verteuern Kredite und bremsen dadurch tendenziell die Wirtschaft aus. Das betrifft allerdings nicht nur die USA, sondern auch den Rest der Welt, was vor allem konjunktursensible, sogenannte zyklische Unternehmen belastet.

Dazu zählen auch die Automobilwerte, die etwa im DAX® im vergangenen Jahr zu den schwächsten Titeln des Jahres zählten. Davon sind aber auch andere Zykliker wie etwa die Chemiewerte Covestro, BASF und Bayer betroffen. Letztgenannter Wert hatte aber nicht nur mit dem wirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen, sondern auch mit der Übernahme des amerikanischen Saatgutherstellers Monsanto. Hier drohen Schadenersatzklagen in den USA gegen Monsanto in Milliardenhöhe. Covestro ist mit einem Minus von rund 50 Prozent der zweitschlechteste Wert im DAX® hinter der Deutschen Bank, die circa 56 Prozent im vergangenen Jahr verloren haben.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Daher verwundert es nicht, dass es Gewinnwarnungen gehagelt hat. Allein Daimler hat drei Gewinnwarnungen abgegeben und musste seine Jahresprognose immer wieder korrigieren. Auch wenn die Aktie gegen Jahresende in schwereres Fahrwasser geraten ist, so hat sich Wirecard im DAX® mit einem Plus von 43 Prozent am besten geschlagen. Das Unternehmen, das sich auf das bargeldlose Bezahlen spezialisiert hat, wurde allerdings erst im September in den DAX® aufgenommen und profitierte von dem Anstieg der Technologiewerte bis zum Herbst. Auf den Plätzen zwei und drei finden sich defensive Titel wie RWE und Linde wider, die knapp 12 beziehungsweise 10 Prozent hinzugewonnen haben.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR



Prinzip Hoffnung

Nach all der enttäuschenden Performance im Vorjahr macht ein Blick in die USA Mut. Der Unterschied zwischen dem besten Sektor des Aktienmarktes (Gesundheit) mit plus 5 Prozent und dem schlechtesten (Energie) mit minus 18,5 Prozent beträgt 23,5 Prozent und liegt damit weit unter dem langfristigen Durchschnitt von 41 Prozent seit 1970. Nach einem solchen Jahr mit einer unterdurchschnittlichen Differenzentwicklung hat sich im Folgejahr in rund 90 Prozent der Fälle eine positive Kursentwicklung für das Gesamtjahr wieder eingestellt. Dazu müsste aber wohl der amerikanisch-chinesische Handelsstreit beigelegt werden und der restriktive geldpolitische Kurs der US-Notenbank weiter abgeschwächt werden.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.