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Trading

Berichtssaison vs. Handelsstreit: Was bewegt den Markt wirklich?

In der vergangenen Handelswoche sorgte Apple für das Highlight der laufenden Berichtssaison. Der iPhone-Konzern konnte einmal mehr die sehr hohen Erwartungen übertreffen. Anleger hoffen, dass es nun ähnlich positiv weitergeht, wenn weitere interessante Geschäftsergebnisse vorgestellt werden. Auf diese Weise könnten Börsianer die Turbulenzen, für die vor allem der chinesisch-amerikanische Handelsstreit sorgt, vergessen und den Aktienmärkten zu einer Sommerrallye verhelfen.

Es berichten unter anderem Beiersdorf, 3D Systems, Walt Disney, Commerzbank, Deutsche Post (Dienstag); E.ON (Mittwoch); adidas und thyssenkrupp (Donnerstag).


Beiersdorf will nachlegen


Mitte Juni hatte Beiersdorf überraschend mitgeteilt, dass Vorstandschef Stefan F. Heidenreich sein Amt spätestens zum 31. Dezember 2019 abgeben wird. Diese Ankündigung hat die im DAX® gelistete Beiersdorf-Aktie kurzfristig stark unter Druck geraten lassen. Inzwischen hat jedoch eine Kurserholung eingesetzt. Am Dienstag wird der Nivea-Hersteller seine Halbjahreszahlen vorlegen. Diese dürften mit darüber entscheiden, wie es für die Beiersdorf-Aktie weitergeht. Investoren sind gespannt, ob Beiersdorf nach dem starken Jahresauftakt nun nachlegen konnte. Im ersten Quartal gelang dem Unternehmen organisch ein Umsatzsprung um 6,5 Prozent.

Update Beiersdorf: Nivea-Hersteller zeigt sich optimistischer
Nachdem Beiersdorf seine Umsätze im ersten Quartal 2018 organisch um 6,5 Prozent steigern konnte, legte der Nivea-Hersteller im zweiten Quartal noch einen Zahn zu. So lag das Umsatzplus für die ersten sechs Monate bei 7,7 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Nominal lag das Plus immerhin bei 2,8 Prozent. Als besonders wachstumsstark erwiesen sich die Schwellenländermärkte in Asien und Afrika. Das EBIT des Konzerns erhöhte sich um 4,3?Prozent auf 585 Mio. Euro. Die EBIT-Umsatzrendite erreichte damit 16,2?Prozent nach 16,0?Prozent im Vorjahr. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung wurde die Umsatzprognose für das Jahr 2018 leicht angehoben. Die Erlöse sollen um rund 5 Prozent zulegen. Bisher wurde ein Wert von 4 Prozent angepeilt.



Quelle: Reuters


3D Systems: Erholung in Sicht?


Beim 3D-Drucker-Hersteller 3D Systems dürften Anleger hoffen, dass sich die eine zeitlang schwächelnde Aktie des Unternehmen im zweiten Quartal 2018 weiter erholen konnte. Zumindest rechnen Analysten laut Reuters mit einem Umsatzanstieg um 4,1 Prozent auf 165,93 Mio. US-Dollar, nachdem 3D Systems bereits im Auftaktquartal ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 165,9 Mio. US-Dollar verbuchen konnte. Allerdings erwarten die Marktexperten einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie von 8 Cent im Vorjahreszeitraum auf nun 1 Cent.

Update 3D Systems: Einsparungen machen sich bezahlt
3D Systems konnte seine Umsatzerlöse im zweiten Quartal 2018 im Vorjahresvergleich um 11 Prozent auf 176,6 Mio. US-Dollar steigern. Zwar stand ein den Anteilseignern zurechenbarer Nettoverlust in Höhe von 8,9 Mio. US-Dollar zu Buche, bereinigt um Einmaleffekte wurde der Gewinn je Aktie jedoch mit 6 Cents angegeben. Analysten hatten zuvor Umsatzerlöse in Höhe von 165,93 Mio. US-Dollar bei einem bereinigten EPS von 1 Cent in Aussicht gestellt. 3D Systems setzte seinen Erholungskurs fort und profitierte unter anderem von mehr verkauften 3D-Druckern und einen positiven Verlauf im Geschäft mit Materialien, die für 3D-Drucker verwendet werden. Darüber hinaus entfalteten die jüngsten Kostensenkungen eine positive Wirkung

Quelle: Reuters, Angaben in USD


Walt Disney: Analysten rechnen mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen


Der US-Medienkonzern Walt Disney kämpft derzeit unter anderem mit Anbietern von Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon um die Gunst der Filmkonsumenten. Am Dienstag, nach US-Börsenschluss, erfahren Anleger, wie sich dieser Wettbewerb im zweiten Quartal auf die Disney-Geschäftsergebnisse ausgewirkt hat. Analysten gehen laut Reuters von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 7,7 Prozent auf 15,34 Mrd. US-Dollar aus. Beim bereinigten EPS wird mit einem deutlichen Plus um 37 Cent auf 1,95 US-Dollar gerechnet.

Update Walt Disney: Gute Geschäfte an den Kinokassen
Walt Disney erlöste in seinem dritten Quartal 2017/18 (Ende Juni) 15,2 Mrd. US-Dollar. Ein Zuwachs von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings lag dieser Wert unter den Analystenschätzungen. Diese lagen laut Reuters bei 15,34 Mrd. US-Dollar. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 1,87 US-Dollar lag Disney auch auf der Ergebnisseite unterhalb der Marktprognosen (Reuters-Konsens: 1,95 US-Dollar). Dem Unternehmen machten zuletzt unter anderem niedrigere Werbeeinnahmen im klassischen Fernsehgeschäft zu schaffen. Außerdem kostet der Aufbau eigener Streamingdienste viel Geld. Dafür konnte Disney mit Blockbustern wie „Avengers: Infinity War“ und „The Incredibles 2“ an den Kinokassen punkten.


Quelle: Reuters, Angaben in USD


Commerzbank: Noch nicht am Ziel


Die Commerzbank treibt den Konzernumbau weiter voran. Anfang Juli gab das Institut bekannt, den Geschäftsbereich Equity Markets & Commodities (EMC) an die Société Générale zu verkaufen. In der kommenden Woche werden Anleger auf die neuesten Quartalsergebnisse der Commerzbank schauen. Laut einer Auflistung des Instituts rechnen Analysten im Schnitt mit einem Nettogewinn in Höhe von 225 Mio. Euro. Interessant dürfte einmal mehr auch der Blick auf die Ertragslage sein. Zu Jahresbeginn 2018 musste die Commerzbank einen leichten Rückgang bei den Erträgen hinnehmen.

Update Commerzbank: Dividende soll Anleger trösten
Die Commerzbank hat gemischte Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2018 präsentiert. Im Juni-Quartal lag der Nettogewinn bei 272 Mio. Euro. Damit schnitt das Institut etwas besser als erwartet ab. Zudem wurde der Anstieg der Erträge im Konzern im zweiten Quartal am Markt erfreulich aufgenommen. Allerdings rechnet die Commerzbank mit etwas höheren Kosten als zuletzt. Diese sollten im Gesamtjahr 2018 die Marke von 7 Mrd. Euro nicht überschreiten. Jetzt wird ein Wert von rund 7,1 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Dafür dürfen sich die Anteilseigner auf eine angestrebte Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie freuen.


Quelle: Reuters 


Deutsche Post: Wichtige Markttrends


Die Deutsche Post hatte Anleger Anfang Juni mit einer Gewinnwarnung verunsichert. Der Post- und Logistikdienstleister senkte die 2018er-Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 4,15 auf 3,2 Mrd. Euro. Schuld waren Ausgaben für Maßnahmen, mit deren Hilfe sich das Unternehmen besser auf aktuelle Markttrends wie das boomende Paketgeschäft und das rückläufige Briefgeschäft einstellen möchte. Umso gespannter dürften Anleger auf die Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2018 sein. Analysten gehen laut einer Auflistung des Konzerns im Schnitt von einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr von 1,2 Prozent auf 15,0 Mrd. Euro aus. Allerdings wird mit einem deutlichen Gewinnrückgang um 20,6 Prozent auf 478 Mio. Euro gerechnet.

Update Deutsche Post: Eine Kostenfrage 
Die Deutsche Post hat ihre Umsatzerlöse im Juni-Quartal gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 15,0 Mrd. Euro gesteigert. Organisch lag das Plus sogar bei 6,2 Prozent. Besonders positiv entwickelten sich DHL Express und die Frachtsparte. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 11,2 Prozent auf 747 Mio. Euro. Zu diesem Rückgang trug vor allem der Paket- und Briefbereich bei. Dort machten sich insbesondere höhere Personal- und Transportkosten negativ bemerkbar. Die zuletzt nach unten angepasste Ergebnisprognose für 2018 wurde bestätigt. Demnach rechnet das Management weiterhin mit einem EBIT in Höhe von 3,2 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2020 soll dieser Wert jedoch laut Unternehmensprognose mehr als 5 Mrd. Euro betragen.


Quelle: Reuters


E.ON: Neuordnung des deutschen Energiemarktes hat Vorrang


E.ON und RWE stecken derzeit mitten in der Neuordnung des deutschen Energiemarktes. Dabei muss unter anderem die Aufteilung der RWE-Tochtergesellschaft innogy unter RWE und E.ON gestemmt werden. In der Zwischenzeit legt E.ON seine neueste Bilanz vor. Am Mittwoch ist es so weit. Analysten rechnen für das Juni-Quartal laut FactSet mit einem leichten Verlust je Aktie in Höhe von 11 Cent. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Plus von 0,18 Euro zu Buche. Interessant dürften aber auch die erwarteten Aussagen des Managements zum Verlauf der innogy-Übernahme sein.

Update E.ON: Auf einem guten Weg
E.ON fuhr im ersten Halbjahr 2018 einen bereinigten Nettogewinn in Höhe von 1,05 Mrd. Euro ein. Ein Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert. Auf Unternehmensseite verwies man darauf, dass sich vor allem das Kerngeschäft mit Energienetzen, Kundenlösungen und Erneuerbaren Energien positiv entwickelt hätte. Für den Rest des Jahres sieht sich das Management auf Kurs. Daher wurden die 2018er-Ziele bestätigt. E.ON erwartet für das Geschäftsjahr 2018 ein bereinigtes Konzern-EBIT im Bereich von 2,8 bis 3,0 Mrd. Euro, während der bereinigte Nettogewinn zwischen 1,3 und 1,5 Mrd. Euro liegen soll.
Quelle: Reuters


adidas: Enttäuschende WM vergessen machen


Für adidas lief die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland alles andere als optimal. Die deutsche Nationalmannschaft scheiterte bereits in der Vorrunde. Dabei hatte der Herzogenauracher Sportartikelhersteller als Ausrüster des Titelverteidigers darauf gesetzt, dass die DFB-Elf weit kommt und auch in späteren Runden des Turniers Werbung für adidas macht. Später kam es sogar noch schlimmer. US-Konkurrent Nike rüstete die beiden Finalmannschaften Frankreich und Kroatien aus. Anleger dürften hoffen, dass adidas erfreulichere Nachrichten parat hat, wenn das Unternehmen am Donnerstag seine jüngste Quartalsbilanz vorlegt. Analysten gehen derzeit laut FactSet von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 3,0 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie wird bei 1,87 Euro gesehen, nach 1,70 Euro im Vorjahr.

Update adidas: Starker Auftritt in China
adidas steigerte seine Umsatzerlöse im zweiten Quartal 2018 um 4 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro.  Währungsbereinigt lag das Plus jedoch bei 10 Prozent. Während die Kernmarke adidas erneut überzeugen konnte, musste Reebok einen Umsatzrückgang um 3 Prozent ausweisen. Besonders gut liefen die Geschäfte zuletzt in den Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik, während dabei vor allem China herausstach. Das Betriebsergebnis des Unternehmens verbesserte sich um 17 Prozent auf 592 Mio. Euro, während der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 20 Prozent auf 418 Mio. Euro kletterte. Zudem wurden die Ziele für das Gesamtjahr 2018 bestätigt. Die Umsätze sollen währungsbereinigt um 10 Prozent zulegen. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen wird von Managementseite bei 1,615 bis 1,675 Mrd. Euro gesehen.

Quelle: Reuters


thyssenkrupp: Viel aufzuarbeiten


Für thyssenkrupp geht es derzeit turbulent zu. Deutschlands größter Stahlkonzern und Tata Steel legen ihre europäischen Stahlaktivitäten zusammen. Für Unruhe sorgten jedoch die plötzlichen Wechsel an der Konzernspitze. Darüber hinaus kommen dem Unternehmen die ständigen Diskussionen rund um Handelsbeschränkungen und US-Importzölle nicht zugute. Zu allem Überfluss musste das Unternehmen seine Prognose senken. Das bereinigte EBIT für das Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) wird nur noch bei rund 1,8 Mrd. Euro gesehen, nachdem zuvor ein Wert zwischen 1,8 und 2,0 Mrd. Euro in Aussicht gestellt worden war. Der Free Cashflow soll zwar im Vorjahresvergleich weiter verbessert werden, allerdings wird immer noch mit einem negativen Wert gerechnet. Als Grund wurden unter anderem Probleme im Anlagen- und Schiffbau angeführt. Entsprechend gibt es sehr viel aufzuarbeiten, wenn der DAX®-Konzern in der kommenden Woche seine neuesten Geschäftszahlen vorlegt.

Update thyssenkrupp: Endlich Ruhe?
thyssenkrupp konnte sowohl die Umsätze als auch den Auftragseingang im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Juni) um 7 Prozent steigern. Allerdings lag der Auftragseingang nach neun Monaten mit 31,1 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Umsätze konnten in der gleichen Zeit lediglich um 3 Prozent auf 31,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Besonders enttäuschend: Für das dritte Quartal musste thyssenkrupp sogar einen leichten Verlust ausweisen. Im Fall des größten deutschen Stahlkonzerns dürften sich Anleger in naher Zukunft jedoch eher auf den Konzernumbau konzentrieren. Außerdem dürfte darauf geschaut werden, ob nun in der Konzernspitze Ruhe einkehrt. 


Quelle: Reuters


Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Telefonica Deutschland

Dienstag

Snap, Deutsche Beteiligungs AG, ElringKlinger, Heidelberger Druckmaschinen, SGL Carbon, Uniper, Zalando

Mittwoch

Booking Holdings, Monster Beverage, Weibo, Brenntag, E.ON, Fraport, Münchener Rück., Mylan

Donnerstag

Aurubis, Deutsche Telekom, Drillisch, Dürr, Evotec, freenet, Hannover Rück, Jenoptik, Jungheinrich, Merck, TAG Immobilien, TUI, United Internet

Freitag

Bechtle

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